Ergokratie

von Heinrich Färber unvollständig (letzte Bearbeitung 03.04.2013)

Vorwort

Die Technik, der – fast einzige – Glanz unserer Zeit, hat ihre Erfolge erreicht durch Grundlagenforschung, durch Ablesen der naturgesetze von den Naturerscheinungen. Sie spricht ihre eigene Sprache, macht keine Anleihen bei anderen Gebieten. Ihr ganz allein verdanken wir unseren materiellen Wohlstand. Politiker, Nationalökonomen, Bankiers, Militärs haben – bestenfalls – nicht das Allergeringste dazu beigetragen. Jeder hat mehr, obwohl die Verteilung ungerechter ist denn je – durch das Versagen der Methoden der Sozialpolitik.
der Wirtschaftswissenschaft fehlt jeder Glanz. Sie spricht fast nur in (schiefen) Analogien, borgt ihre Begriffe aus der Medizin und Mechanik wie z.B. Konjunkturfieber, -spritze, -bremse, anheizen, Insttumentarium, Krise, Kaufkraft, Geldumlaufgeschwindigkeit, Stagnation usw. usw.. Die eigene Sprache fehlt, weil Erkenntnisse fehlen. Meinungsdiskrepanzen füllen ganze Bibliotheken. Das führt oft zu dem Trugschluß, es sei eine äußerst komplizierte „Materie“. Eine „Materie“ die wir selber gemacht haben und nun ansehen wie ein Stück Natur und nach den Gesetzen suchen, statt unser falsche Denken als Ursache zu erkennen! Entsprechend sieht die Praxis aus in Ost und West; vom fast täglichen über schreiende Ungerechtigkeit bis zu Wirtschaftskriegen. Nur Ideologieblinde finden das notwendig. Heinrich Färber als einziger erkennt, daß die gegebene Arbeitsteilung zwangsläufige, axiomatische, objektive Rechtsfolgen hat. Seine drei Axiome ordnen die Arbeitswelt zwanglos – selbstverständlich. Lange hat es gedauert bis diese Erkenntnisse aufstrahlten; moralische Genies sind selten. Ohne genies keine neuen Erkenntisstufen, trotz des besten Willens intelligenter Arbeitsteams. Wenn wir nicht wie bisher , sondern menschenwürdig  zusammenleben wollen, national und global, werden wir diese Axiome durchsetzen müssen. Überlegen wir doch mal, wieviel engstirniger Egoismus und verkrampfter Machtwille durchgesetzt haben und täglich durchsetzen – unter scheinheilger Deklarierung, ohne Volksbefragung. Bis vor kurzem konnte man sich überdies in Logen, noch hinter der Anonymität unsichtbar machen, verbergen; jetzt geht das nicht mehr (Die Insider uva.)! Mit Färbers Axiomen, Geldsteuer, Geldumtausch, Bodenreform haben wir es in der Hand, die Verteilungsfragen leistungsgerecht zu lösen, Gerechtigkeit herzustellen und zu erhalten, ohne Blutvergießen. Wie aus den Ergebnissen von Mathematik, Physik und Chemie, die Wunderwerke der Technik entstehen und zu immer vollkommeneren Ausdrucksformen drängen, so ergeben sich aus den neu entdeckten Erkenntnissen der Volkswirtschaftswissenschaft die Bausteine und Bauregeln für geordnetes Wirtschaftsleben. Und wie jene Wunderwerke aus einer immer vollkommeneren Wissenschaftserkenntnis heraus geboren und zu höheren Formen entwickelt wurden, so werden zufolge der natürlichen Wirtschaftsgesetze, bessere und geordneete Wirtschaftgebilde entstehen. Auch die Weiter- und Höherentwicklung der Nationalökonomie kann nur durch das Auffinden tieferer Ordnungszusammenhänge erreicht werden.
Die Reichen unserer Zeit sollten sich überlegen, ob Reichtum nicht auch verpflichtet zu helfen, Gerechtigkeit durchzusetzen, um unsere unmoralische Geldwirtschaft zu überwinden. Zum – auch eigenen Wohl auf weitere Sicht.
Die geistige Leistung hat Färber vollbracht, dank ihm können wir Gerechtigkeit exakt denken. Die moralische Leistung der Verwirklichung ist unsere Aufgabe!

„Geben Sie mir das Recht, das Geld einer Nation zu emittieren und es interssiert mich nicht mehr, wer die übrigen Gesetze macht und wie sie aussehen.“
Amschel Mayer Rothschild

„Das Streben nach Sozialismus ist das tiefe Bedürfnis nach Gerechtigkeit“
Karl Marx

„Keine Sache, die nicht gerecht geregelt ist, ist wirklich geregelt.“
Plato

Wie entsteht Arbeitslosigkeit?

Die Gelehrten und die Politiker sagen es, und du glaubst es zu verstehen, was sie reden.

„Überproduktion“ heißt die Theorie. Was bedeutet sie? Sie bedeutet, daß die Arbeiter zu viel Produkte geschaffen hätten. Haben sie aber zu viel? Haben die Arbeitslosen zu viel Produkte?

Von den vielen Produkten also, die die Arbeiter geschaffen, haben viele Arbeiter wenig, andere nichts und jemand hat zu viel! Zum Schaden kommt der Spott! Die welche nichts haben dürfen spazieren gehen.

Dein Arbeitsprodukt schaffender gehört also nicht dir! Du bist leibeigen! Wer der Eigner ist, ist eine später zu prüfende Frage. So lange die Eigner deine Arbeit benötigen, geben sie dir Arbeit! Und sie geben dir Brot! Was gibst du ihnen?

Wenn du viel Arbeit gibst, haben die Eigner zu viel Brot, sie wollen nicht mehr Arbeitsgeber sein! Sie geben dich frei. Nicht aber bist du frei, für dich zu arbeiten, und nicht geben sie dir das Brot, das du geschaffen und sie nicht gebrauchen. Du kannst frei verhungern!

Das heißt in dem Wirtschaftssystem, in dem du jetzt lebst, „Überproduktion“! Das ist in diesem System „Arbeitslosigkeit“!

 

Wie ist es in einem Bienenstaat?

Auch die Bienen werden der Freiheit beraubt. Auch sie bekommen einen „Arbeitgeber“. Er baut ihnen Häuser, wo sie für ihn arbeiten; und er füttert sie mit ihrem Honig! Doch die Freiheit, zu arbeiten, lassen sich die Tierchen nicht rauben!

Eine Überproduktion führt da nicht zur Arbeitslosigkeit, noch zu Brotlosigkeit. Wird den Bienen nicht genügend Nahrung , nicht genügend Honig gelassen, so schwärmen sie aus und pfeifen auf die Arbeitgeberei und die Arbeitsbeschaffung. Sie verlassen Haus und Hof, das niemals ihr eigen war, und wählen nach dem Selbstbestimmungsrecht des Volkes eine andere Heimat, wo sie für sich arbeiten.

Auch die Schwalben wählen ihre Heimat dort, wo ihnen die Natur Freiheit und Lebensbedingungen gewährt, ohne Reisepässe und Einreisebewilligungen.

Auch du Mensch, bist Luftsegler geworden; die Luft hast du erobert, nicht aber die Freiheit, die nur vernünftigen Wesen kommt – !

 

Die marxistische Lehre

Der Unternehmer, sagt die marxistische Lehre, sei der Enteigner. Ist die Unternehmerschaft aber nicht über und über verschuldet? Wer ist nun enteignet; der Gläubiger oder der Schuldner? Wem gehört das enteignete Geld: dem Schuldner oder dem Gläubiger? Die Frage, wer der Gläubiger ist, lassen wir noch dahingestellt sein.

 

Zwei bekannte Rezepte gegen Arbeitslosigkeit

1. Arbeitslosenunterstützung, 2. unproduktive Beschäftigung der Arbeitslosen.

Inwiefern ist das zweite Rezept anders als das erste? Ist es zweckmäßiger Leute zu füttern für Müßiggang, als sie zu füttern in Müßiggang? Inwiefern ist die sogenannte „Arbeitsbeschaffung“ anders als die Arbeitslosenunterstützung?

Ja sagen gewisse Leute, Müßiggang demoralisiert. Sind gewisse Leute aber demoralisiert, weil sie müßig gehen, oder gehen sie müßig, weil sie demoralisiert sind und andere für sich arbeiten lassen?

Wenn es aber unrecht ist, daß sich gewisse Leute Brot im Überfluß aneignen, während die das Brot Schaffenden teils knapp bedacht werden und teils überhaupt keines erhalten, so ist es moralische Pflicht, Löhne und Gehälter aufzubessern und die Arbeitslosen ausgiebig zu unterstützen, bis der Überfluß aufgeteilt ist; eine müßige Arbeitsbeschaffung ist demoralisierend.

 

Kürzung der Arbeitszeit

Kürzung der Arbeitszeit ist ein drittes Rezept der alten Schule. Alle diese Rezepte müssen versagen, denn die Diagnose ist falsch.

 

Die richtige Diagnose

Nicht die Arbeitslosigkeit, sondern die Brotlosigkeit einerseits und Brotüberfluß andererseits, das ist die ungerechte Verteilung des Produktes, ist die Krankheit und dagegen helfen die genannten Rezepte nicht.

 

Die richtige Therapie

Nichts, als die gerechte Verteilung des Produktes (das heißt Ergokratie) nichts, als eine Aufteilung des Überflusses der übersatten, der Enteigner, kann das richtige Heilverfahren sein. Wer hätte dadurch einen Nachteil? Es wäre ja nur ein Angeblicher Überfluß, das heißt etwas sonst wertloses, aufgeteilt!

Auf die Frage, ob in einer Wirtschaft mit einem privaten Unternehmertum eine Verteilung des Produktes möglich sei, ist zu antworten: Wenn es in einer solchen Wirtschaft möglich ist, Arbeit zu beschaffen, die Arbeitszeit zu kürzen und die Arbeitslosen zu unterstützen, müßte es auch möglich sein, den Überfluß der Enteigner aufzuteilen.

Ob in einer solchen Wirtschaft eine gerechte Verteilung, das ist eine nach Maßgabe der Leistung, möglich sei, wäre eine verfrühte Frage.

Erst wollen wir wissen, was die wahre Ursache der Arbeitslosigkeit ist.

 

Überproduktion ist nicht die wahre Ursache der Arbeitslosigkeit

In Österreich war 1919 bis November 1921 eine Fülle von Lebensgütern aller Art vorhanden und dennoch gab es keine Arbeitslosen! Alles, sagte ein gewisser Dr. Rosenberg, der offizielle Berater des damaligen Finanzministers Dr. Gürtler – alles sei in Hülle und Fülle vorhanden, sogar Devisen und Valuten, nur die Währung sei krank. – Und in der Tat, Handel und Gewerbe blühten, während die Banken eine nach der anderen verschwanden. Die Banklokalitäten wurden zu Kaffehäusern verwandelt.
Ob zwischen dem Kranksein der Währung und dem Verschwinden der Banken einerseits und dem Blühen der Wirtschaft andererseits ein ursächlicher Zusammenhang besteht ist eine Frage, die ein besonderes Kapitel bildet, wohin noch andere Fragen gehören, die diesen Gegenstand betreffen.
Hier sei nur die Tatsache vermerkt, daß mit der sogenannten Sanierung der Währung unter dem Bundeskanzler Dr. Seipel die Wirtschaftskrise in Österreich begann. Es verschwanden die Kaffeehäuser und die Lokalitäten wurden wieder in Bankhäuser verwandelt. Registriert sei ferner die Tatsache, daß Dr. Seipel von den Ergokraten gewarnt worden war. Sie sagten ihm in Wort und Schrift, daß man nicht zugleich Priester Gottes und Priester Mammons sein könne, und daß seine Sanierung den Untergang seiner Partei einleiten und dem christlichen Glauben Abbruch tun würde, welche Prophezeiung in Erfüllung gegangen ist.
Kurz, die Tatsache, daß in Österreich trotz der vorhanden gewesenen Fükke von Gütern aller Art keine Arbeitslosigkeit entstand, wie die Tatsache, daß im deutschen Reich, trotzdem die Lebensmittelproduktion angeblich knapp war, eineArbeitslosigkeit vorhanden war, beweist, daß nicht Überproduktion die Ursache von Arbeitslosigkeit ist.

Gibt es überhaupt eine Überproduktion?

Ist es war, daß die Menschen nicht mer als sie haben, haben möchten? Gewiß: mehr essen als der Magen verträgt ist ungesund; aber mehr Kleider, mer Wohnräume und Luxusgüter aller Art kann man haben. Wie erklärst du dir nun einen Überfluß an Arbeitkräften, da es keinen Überfluß an Arbeitsproduktion gibt?

Die wahre Ursache des wirklichen Elends

Die wahre Ursache der Arbeitslosigkeit wie der ganzen wirtschaftlichen Misere ist das herrschende Spar- und Kreditsystem.

Das Sparsystem

Es gibt einen Artikel, ohne welchen die Gemeinwirtschaft nicht arbeiten kann. Wenn sich nun jemand diesen Artikel aneignet, bringt er die Wirtschaft zum Stocken.
Dieser Artikel heißt „Geld“. Wer sich Geld aneignet, dasheißt, wer das Geld, das er von der Wirtschaftauf irgendeine Weise bekommt, ihr nicht zurückgibt, das heißt, dafür nicht einkauft, sondern es für lange Zeit, dauernd, spart, bringt die Wirtschaft ins stocken.

Merke wohl

Die Rede ist jetzt nicht von einem Sparen überhaupt, sondern nur von einem Geld sparen. Von einem anderem, unschädlichen Sparen soll später die Rede sein.
Die Rede ist auch nicht von einem kurze Zeit anhaltenden Sparen, sondern von einem dauernden Sparen des Geldes. Später wird auch davon die Rede sein, ob nicht die großen Sparer die kleinen verschlucken.
Zunächst also wollen wir nur feststellen, daß ein Sparen des Geldes die  Wirtschaft ins Stocken bringt.
Du begreifst es nicht, weil deine Apostel es dir nie gesagt haben. Du magst es nicht glauben weil du Geld sparen möchtest. Sieh aber einmal her! Du bekommst von der Wirtschaft Geld als Lohn oder Gehalt. Du kaufst damit ein; aber der Verkäufer gibt es nicht aus , er spart es. – – Glaubst du, daß dir dieses Geld wieder als Lohn und Gehalt gegeben werden kann? Dieses Geld welches der Geldhamster festhält!
Glaubst du nicht, daß der Geldhamster dir und den übrigen Lohn- und Gehaltsbeziehern  eure Bezüge geraubt hat?
Ein anderer Fall: Du selbst sparst dein Lohn und Gehaltgeld. – Glaubst du, daß dann die Unternehmerschaft, von der du ja das Gehalt bezogen hast, ebensoviel  Geld wie vordem als Lohn und Gehalt auszugeben vermag?
Glaubst du nicht, daß du deine Arbeitsgenossen beraubt hast?
Nein, du glaubst es nicht. Du meinst vielmehr, daß das Geld eine Art Naturprodukt sei. Es werde geerntet und damit Lohn bezahlt; es werde gespart und Lohn und Gehalt werden dann von der neuen Ernte gezahlt! – Es sei dir daher gesagt, wie Geld zur Welt kommt: Geld wird nur von der Notenbank erzeugt. Dieses Geld wird der Unternehmerschaft geborgt. Anderes Geld gibt es nicht!
Dieses Geld gibt die Unternehmerschaft für Lohn, Gehalt und Steuern aus.
Wenn die Lohn- und Gehaltsbezieher das Geld hamstern, kann kein zweites Mal Lohn und Gehalt bezahlt werden.
Wenn du einen Teil dieses Geldes hamsterst, so ist es nicht möglich, ein zweites Mal ebensoviel Geld wie vorher für Lohn und Gehalt auszugeben. Es ist also klar, daß, wer für sein Lohngeld nicht einkauft, die Arbeitsgenossenschaft schädigt.

Die Geldsparer berauben den Arbeiter wie den Unternehmer

Daß sie den Arbeiter, wurde schon bewiesen; daß sie auch den Unternehmer berauben, ist klar, wenn man weiß, daß das Geld, welches sie sich aneignen, sparen, kein anders ist als welches der Unternehmer an die Notenbank schuldet.

Verkehrtheit der marxistischen „Mehrwertlehre“

Diese Lehre behauptet, daß die Unternehmerschaft auf dem Warenmarkte mehr Geld einnehme, als sie für Löhne und Gehälter ausgegeben hat und dieses „Mehrgeld“mit den Geldverleihern teile.

Auf dem Warenmarkte also, sagt Marx, finde die Ausbeutung des Arbeiters statt; die Unternehmer seine die Ausbeuter, die Profitmacher, die Kapitalisten.

Diese Lehre leuchtet dir ein, weil du von der selben Tatsache ausgehst, von der auch Marx ausging, aus welcher die Richtung seiner Lehre zu folgern scheint. Sie scheint daraus zu folgern; sie folgt daraus aber nicht, wenn man sich die Tatsache richtig erklärt, wie wir bald sehen werden.

Eine andere Tatsache, die jener Lehre wiederspricht, ziehst du ebensowenig in Betracht, wie Marx es tat, die Tatsache nämlich, daß die Unternehmerschaft mehr Geld, als überhaupt vorhanden ist schulde.

In den USA zum Beispiel betrug 1932 der Geldumlauf rund 4 Milliarden, während die Schuld der Unternehmerschaft 237 Milliarden Dollar betrug. Diese Tatsache beweist, das die Unternehmerschaft kein Geld gewinnt, sondern im Gegenteil das entlehnte Geld verliert.

Erzähle mir nicht, daß die Unternehmerschaft Fabriken und Maschinen besitze, die einen großen Wert haben, denn hier ist die Rede nicht von Fabriken und Maschinen, sondern von einem großen Geldgewinn, beziehungsweise Geldverlust. Überdies mußt du erst sagen,was du unter Wert der Fabriken und Maschinen verstehst.

Verstehst du darunter etwas anderes, als daß man die Fabriken und die Maschinen für Geld verkaufen kann? Wenn du aber dies darunter verstehst, so möchte ich dir die Fabriken und Maschinen und obendrein das ganze vorhandene Geld (die 4 Milliarden) geben und dich auffordern, die Maschinen und Fabriken zu verkaufen und die Schulden der Unternehmerschaft (237 Milliarden) zu bezahlen, und von dem Gelde das dir dann verbleibt, den angeblichen Gewinn der Unternehmer ihnen auszuzahlen!

Was sehen wir nun – ? Wir sehen folgendes: Es ist wohl denkbar, daß ein Unternehmer seine Fabrik verkauft und sich aus der Patsche zieht; dann aber sitzt der andere Unternehmer, der die Fabrik gekauft hat, in den Schulden drin.

Undenkbar ist es, daß die Gesamtheit der Unternehmer, während sie einerseits mehr Geld, als vorhanden ist, schuldet, andererseits Geld gewonnen habe.

Die marxistische Lehre ist aber an sich schon eine Ungewöhnlichkeit. Diese Lehre behauptet, daß am Warenmarkt Geld gewonnen werde, und daß die Unternehmer und Geldverleiher die Gewinner seien. – Welche aber sind die Verlierende?

Wen findet man noch auf dem Warenmarkte, außer den Unternehmern und den Geldverleihern, die nach jener Lehre die Gewinner sind?

Außer diesen Gewinnern findet man am Warenmarkte nur noch die Lohn- und Gehaltbezieher, sofern sie keine Geldverleiher sind. – Woher aber haben sie das Geld, daß sie verlieren? Welches Geld können diese Lohn- und Gehaltbezieher haben außer dem, welches sie von den Unternehmern bezogen haben? Welches andere Geld können sie also verlieren?

Wenn aber Lohn und Gehaltbezieher die Verlierenden sind und kein anderes Geld zum verlieren haben, als welches sie von den Gewinnern bezogen haben, so können die Gewinner kein anderes Geld gewinnen, als welches sie an die Verlierenden ausgeben, an sie verloren haben. Folglich gibt es da weder Gewinn noch Verlust, und die „Mehrgeldlehre“ ist dann barer Unsinn. Die Tatsache, aus welcher du diesen Unsinn folgerst ist folgende:

Der Unternehmer fordert für sein Produkt wirklich mehr Geld als er für für Lohn, Gehalt und Steuern ausgegeben hat; und er bekommt dieses Mehrgeld auch wirklich. Du bist leichtfertig genug zu glauben, daß dieses Mehrgeld von den Lohn und Gehaltbeziehern komme, was, wie schon gesagt, unmöglich ist .

Wenn man nicht kurzsichtig ist, so sieht man, daß das Mehrgeld, welches ein Unternehmer einnimmt, eben das Geld ist, für welches ein zweiter Unternehmer beim ersten einkauft und das Mehrgeld, welches ein zweiter Unternehmer einnimmt , ist kein anderes, als für welches der erste Unternehmer oder ein dritter beim ersten einkauft usw..

Dann sieht man auch, daß, wenn jeder Unternehmer für das Mehrgeld, das er so einnimmt, einkauft, kein Unternehmer Geld gewinnt, noch verliert.

Nur also in dem Falle, wenn ein Unternehmer für das Geld, das das er so einnimmt, nicht einkauft, sondern es spart, gewinnt er dieses Geld, und ein anderer Unternehmer oder alles anderen verlieren es.

Kurz man gewinnt Geld nicht, weil man Unternehmer ist, sondern nur wenn und weil man Geld spart, einerlei ob man sonst Unternehmer oder Lohn und Gehaltbezieher ist.

 

Der richtige Begriff von „Kapitalismus“

Geld sparen, Geld gewinnen und „Kapitalismus“ ist ein Begriff. Ein Geldsparsystem ist ein kapitalistisches System. Es ist geichgültig ob der Geldsparer sonst Unternehmer oder Lohn und gehaltbezieher ist. Er ist Kapitalist, ein Ausbeuter, ein Verderber.

Der Geld sparende Unternehmer gewinnt sein Geld auf dem Warenmarkt; und unmittelbar geschädigt ist ein anderer Unternehmer oder alle anderen die dieses Geld verlieren. Mittelbar sind auch die Lohn- und Gehaltbezieher benachteiligt. Denn wenn die Unternehmer das Geld verlieren, können sie es nicht für Lohn und Gehalt ausgeben.

Der Lohn- und Gehaltbezieher gewinnt sein Geld in der Werkstatt oder im Büro, unmittelbar geschädigt sind wieder die Unternehmer die dieses Geld verlieren. Mittelbar kommen auch die übrigen Lohn- und Gehaltbezieher zum Handkuß.

 

Kapitalsmangel

Man glaubt allgemein, daß durch irgendeine natürliche Ursache eine Geldknappheit entstehe, und daß man daher mehr geborgtes Geld benötige. – Das ist eine grundlose, falsche Meinung.

Wenn kein Geld gespart wird, gibt es keine Geldknappheit. Wird das Geld aber gespart, so ist der dadurch entstehenden Geldknappheit nicht abzuhelfen möglich.

Es ist den Unternehmern vollkommen gleichgültig, ob sie mehr oder weniger Geld geborgt nehmen und dementsprechend mehr oder weniger Geld für die Produkte ausgeben und für das Produkt zurückbekommen. In keinem Falle können sie mehr Geld als sie ausgegeben haben , mehr als das Produkt kostet, mehr als sie schuldig sind, mehr als vorhanden ist, einnehmen. In keinem Falle können sie Geld gewinnen. Auch den Konsumenten ist es gleichgültig, ob sie mehr oder weniger Geld von den Unternehmen beziehen. In beiden Fällen geben sie das ganze Geld, das sie beziehen, zurück.

Ein Kapitalsmangel erscheint. Den Unternehmern, die das Geld, das sie ausgegeben haben, nicht zurück bekommen, fehlt das Geld, das sie schulden; fehlt auch das Geld zum Lohn-, Gehalt- und Steuerzahlen. – und diesem Kapitalsmangel ist nicht anders abzuhelfen möglich, als indem die Sparer gezwungen werden, für das gesparte Geld einzukaufen.

 

Das Kreditsystem

Was bleibt der Unternehmerschaft, die das Geld, das sie ausgegeben hat, nicht zurückbekommt, anderes übrig als Löhne und Gehälter zu kürzen, oder Arbeiter und Angestellte zu entlassen?

Bei einem fortgesetzen Sparen des Geldes, müßten also Löhne und Gehälter fortgestzt bis auf Null gekürzt oder sämtlicher Arbeiter und Angestellte entlassen werden; und die Sparer könnten dann das gesparte Geld essen.

Da besinnt sich der Kapitalist auf seine göttliche Mission, ein Retter der Wirtschaft zu sein; er wird Kreditgeber. Er betritt den „Kapitalsmarkt“, um dem „Kapitalsmangel“ abzuhelfen.

Er legt das ersparte Geld in einer Bank an. – Nicht der Bankmann, sondern der Einleger ist der Kapitalist! In seinem Auftrage handelt die Bank.

Die Bank borgt das eingelegte Geld den Unternehmern – das ihnen geraubte Geld! Dasselbe Geld, welches sie der Notenbank schulden!

Nun schulden die Unternehmer dasselbe Geld auch den Sparern, den Kapitalisten! Der Notenbank schulden die Unternehmer das ganze vorhandene Geld. Welches Geld schulden sie nun den Kapitalisten? – Das nicht vorhandene!

So wird dem Kapitalmangel durch Kredit abgeholfen: Das Geld zu Bezahlung der Schuld ist nicht vorhanden! Nun wird neuerdings gespart, und zwar vorhandenes Geld. So entsteht ein neuer Kapitalmangel, dem wieder durch Kredit abgeholfen wird! Gibt es etwas noch Verrückteres als das?

 

Wucher-Tarbus

So wachsen die Schulden der Unternehmer; und das den Schulden entsprechende Geld ist nicht vorhanden! Das nicht vorhandene Geld vermehrt sich, nicht aber das vorhandene!

Das ist es, was die heilige Schrift „Tarbus“ nennt: Eine unzüchtige, unnatürliche Vermehrung!

Das geschieht, wie du siehst, auch ohne den Zins. Die Meinung, daß die Zinsen den Wucher und daß der Kredit ohne Zins oder mit kleinen Zinsen kein Wucher sei – diese Meinung ist, wie du jetzt wohl siehst, irrig.

Der Zins

Zins, sagt die alte Schule, sei eine gerechte Belohnung, die dem Sparer und Kreditgeber dafür gebührt, das er dem Kapitalsmangel abhelfe.

Zins wird selbstverständlich vom vorhandenen Geld gezahlt. Es kann daher auch das Zinsgeld gespart werden; und dem Kapitalsmangel, der dadurch entsteht, wird wieder angholfen, indem das Zinsgeld geborgt und so das nicht vorhandene Geld vermehrt wird.

Auch für das Verborgen das Zinsgeldes gebührt dem Kreditgeber natürlich eine angemessene Belohnung. Zins, Zins vom Zins, – Zinseszins!

Kultur, Aufbau des Wuchers!

 

Das Wesen und die richtige Funktion des Geldes

Geld ist keine Eigenwert habende Sache. Wenn nichts da ist, das man fürs Geld kaufen kann, hat Geld keinen Wert.

Geld ist also wesentlich ein Bezugsschein auf Produkte der Volkswirtschaft.

Zum Bezuge von Produkten der Volkswirtschaft berechtigt wird man durch eine Leistung an die Volkswirtschaft. Gegen eine solche Leistung erhält der Leistende Geld, das sowohl eine Bescheinigung seiner Leistung, als auch einen Bezugsschein auf Produkte der Volkswirtschaft darstellt. Die Leistenden erhalten die Leistungsscheine teils von der Unternehmerschaft und teils von der Staatsverwaltung. Die Unternehmerschaft gibt Leistungsscheine ihren Arbeitern und Angestellten, und sie verteilt sie gewiß nach der Maßgabe der Leistung; das heißt, sie gibt gewiß einem, der mehr leistet, mehr Leistungsscheine, als einem der weniger leistet.

Die Staatsverwaltung gibt Leistungsscheine ihren Beamten und Bediensteten. Auch da wollen wir annehmen, daß die Verteilung nach Maßgabe der Leistung erfolgt.

Unter der Voraussetzung, daß ein Sparen des Geldes unmöglich gemacht wird, wird das ganze vorhandene Geld für Leistungen ausgegeben.

Nun besitzen die Konsumenten das ganze Wirtschaftsgeld, die ganzen Leistungs- und Anteilscheine, mittels derer sie das volkswirtschaftliche Produkt beziehen, kaufen. Sie geben unter der genannten Vorraussetzung das ganze Geld für Waren aus.

Die Konsumenten, die Käufer, verteilen nun die ganzen Leistungsscheine unter die Unternehmer, unter die Verkäufer. Auch da erfolgt die Verteilung gewiß nach Maßgabe der Leistung. Wer fürs Geld mehr bietet, bekommt mehr Geld.

Die Verkäufer ihrerseits, vorausgesetzt, daß ein Verborgen von Waren unmöglich gemacht wird, verteilen das ganze Produkt unter die Käufer, und auch diese Verteilung erfolgt gewiß nach der Maßgabe der Leistung, das ist nach Maßgabe der Leistungs- und Bezugsscheine; wer mehr Leistungsscheine hat, bekommt mehr Ware.

 

Unmöglichkeit von Absatzstockung und Arbeitslosigkeit

Glaubst du, daß unter der genannten Voraussetzung so etwas wie „Absatzstockung“ möglich sei?

Glaubst du, daß die Konsumenten, die Käufer, zwar das ganze Geld hergeben, dafür aber nicht das ganze Produkt bekommen wollen?? Glaubst du das die Unternehmerschaft zwar das ganze Geld hergibt, dafür aber nicht alle möglichen Leistungen haben möchte?

Undenkbar ist es, daß die Gesamtheit der Unternehmer, während sie einerseits mehr Geld, als vorhanden ist, schuldet, andererseits Geld gewonnen habe.

Die marxistische Lehre ist aber an sich schon eine Unmöglichkeit. Diese Lehre behauptet, daß am Warenmarkt Geld gewonnen werde, und daß die Unternehmer und die Geldverleiher die gewinner seien. – Welche aber sind die Verlierenden?

Wen findet man sonst auf dem Warenmarkte, außer den Unternehmern und den Geldverleihern, die nach der Lehre die Gewinner sind?

Außer diesen Gewinnern findet man am Warenmarkt nur noch die Lohn- und Gehaltbezieher, sofern sie keine Geldverleiher sind. Diese Lohn- und Gehaltbezieher müßten nach jener Lehre die Verlierenden sein. – Woher aber, fragen wir, haben sie das Geld, das sie verlieren? Welches Geld können diese Lohn und Gehaltbezieher haben außer dem, welches sie von den Unternehmern bezogen haben? Welches andere Geld können sie verlieren?

Wenn aber Lohn- und Gehaltsbezieher die Verlierenden sind und kein anderes Geld zum verlieren haben, als welches sie von den Gewinnern bezogen haben, so können die Gewinner kein anders Geld ausgeben, als welches sie an die Verlierenden ausgeben, an sie verloren haben. Folglich gibt es da weder Gewinn noch Verlust, und die „Mehrgeldlehre“ ist dann barer Unsinn. Die Tatsache aus welcher du diesen Unsinn folgerst, ist folgende:

 

Die Preisfrage

Du redest von Preisen, du denkst in Preisen, du spekulierst mit Preisen. Was verstehst du davon?

Kannst du mir sagen, welches Preisniveau richtig ist, das heißt, was das ganze volkswirtschaftliche Produkt richtig kosten soll? Wenn du das nicht weißt, so sind deine übrigen Vorstellungen vom Preis nicht interessant. Erledigen wir also zunächst diese Frage: wieviel Geld soll das ganze volkswirtschaftliche Produkt kosten?

Soll die Verkäuferschaft für das ganze Produkt mehr Geld als die Käuferschaft besitzt, erhalten? – Nein! Das ist unmöglich.

Soll die Käuferschaft weniger Geld als sie besitzt,für das ganze Produkt zahlen?- Das möchtest du vielleicht; aber richtig wäre dieser Preis nicht. Wir wissen ja bereits, es kein anderes Geld gibt, als welches die Unternehmerschaft, die Produzentenschaft, an die Notenbank schuldet, folglich hat die Käuferschaft kein anderes Geld, als welches die Verkäuferschaft für die Herstellung des Produktes ausgegeben hat, kein anderes, als welches die Käuferschaft von der Verkäuferschaft erhalten hat. Mithin müßten die Unternehmer zugrunde gehen, wenn sie für das Produkt nicht das ganze Geld, welches die Käufer besitzen, als Preis des Produktes erhalten.

Nun ist es klar, wie das Preisniveau richtig sein soll:

Das ganze Produkt soll für das vorhandene Geld verkauft, das ganze vorhandene Geld soll für das Produkt bezahlt werden.

Wenn nun Ware verborgt wird, so bekommen die Käufer für ihr ganzes Geld nicht das ganze Produkt; folglich ist as Preisniveau unrichtig; und das Verborgen von Ware ist eine wucherische Spekulationauf auf einen unmöglichen Preis, eine Spekulation darauf, mehr Geld als vorhanden ist, zu bekommen. Was unmöglich ist. Desgleichen ist das Preisniveau unrichtig, wenn Geld gesparrt wird. Eine verderbliche Spekulation der Sparer.

Welche Maßnahmen gibt es gegen den Frevel? Welche andere Maßnahme als die, das Sparen des Geldes und das Verborgen von Waren unmöglich zu machen?!!

Das sind also unerläßliche Verhaltensmaßnahmen, ohne welche keine Rede von einem richtigen Preisniveau sein kann.

Was den Preis der einzelnen Leistung wie des einzelnen Warenartikels betrifft, wurde bereits gesagt, daß die Verteilung der Löhne und Gehälter, die Verteilung des Produktes, als auch die Verteilung des Einkaufsgeldes gewiß richtig, das ist nach Maßgabe der Leistung, erfolgt, vorausgesetzt, daß das Sparen von Geld und das Verborgen von Waren unmöglich gemacht wird.

Es ist somit klar, daß die zentrale Verwaltung nur die genannten Maßnahmen zu treffen hat, ohne welche keine gerechte Preisbildung möglich ist, und daß eine weitere Einflußnahme der zentralen Verwaltung auf die Preisbildung nicht richtig sein kann.

Jede Preisspekulation ist ja zwecklos, sobald jene Maßnahmen getroffen sind!

Das ganze Produkt kann dann für für bares Geld verkauft werden. – Das ganze vorhandene Geld muß für das Produkt hergegeben werden, und mehr als das ganze vorhandene Geld kann man für das Produkt nicht bekommen.

Wenn ein Verkäufer nun die Preise zu hoch ansetzt, so bleiben ihm die Kunden aus, und er ist dann gezwungen, seine Ware um jeden Preis abzugeben. Wenn ein Verkäufer seine Preise zu niedrig ansetzt (Preisschleuderei), so nimmt er für seine Waren weniger Geld ein, und um das nehmen seine Konkurenten mehr ein.

Daß dann auch Absatzstockung und Arbeitslosigkeit ausgeschlossen ist, wurde schon gesagt.

Kurz, wenn die gennannten Maßnahmen getroffen werden, so verschwinden sämtliche Krankheitserscheinungen der Volkswirtschaft. Wenn diese Maßnahmen aber nicht getroffen werden, ist eine Sanierung der Wirtschaft ausgeschlossen.

 

Das Antikreditgesetz

Das Verborgen von Geld und Waren wird durch ein aus vier Worten bestehendes Gesetz unmöglich gemacht. Es lautet: „Kreditgeschäfte genießen keinen Rechtschutz.“

Wie das Sparen von Geld unmöglich gemacht werden kann, soll später gesagt werden.

 

Arbeitsteiligkeit der Volkswirtschaft (1.Axiom)

Daß die Volkswirtschaft arbeitsteilig ist, sagt auch die alte Schule. Das heißt, daß in der Volkswirtschaft keine Sache geschaffen wird, wobei nicht sämtliche Teilnehmer dieser Wirtschaft mitgewirkt hätten.

Wenn zum Beispiel der Schuhmacher den Kanal räumen, -den Kamin fegen, die Straße pflastern usw. müßte, wenn kein Arzt da wäre, der ihn heilte, wie viel Schuhe könnte er anfertigen? – Wenn er aber bei seinem Handwerk bleiben kann, weil andere die anderen Arbeiten für ihn verrichten, so ist in den Schuhen, die er herstellt, auch die Arbeit der anderen verkörpert.

Das weiß, wie gesagt, auch die alte Schule; aber um das, was daraus folgt,

nämlich, daß eine Sache, die in geteilter Arbeit geschaffen wird, den Beteiligten gemeinsam gehört und unter ihnen verteilt werden soll – darum kümmern sich die ökonomischen Dilettanten nicht.

Sie sehen das Verkaufen der Produkte als ein Tauschen an, was eine ebenso unrichtige wie lächerliche Anschauung ist. – Was tauscht der Kanalräumer mit dem Professor der alten Schule? Und wie kann einer mit dem anderen tauschen eine Sache, die beiden gemeinsam gehört?

 

Die Volkswirtschaft ist keine Tauschwirtschaft, sondern eine Teilnehmergesellschaft

Das Verkaufen des Produktes ist kein Tauschen, sondern, wie schon gesagt, ein Verteilen.

Das Teilnehmerrecht erwirbt man da nicht wie bei einer gewöhnlichen Aktiengesellschaft durch Einzahlen eines Geldbetrages, sondern durch eine Arbeitsleistung.

Das Geldstück, das der Teilnehmer da gegen seine Arbeitsleistung erhält, ist nicht wie bei der gewöhnlichen Aktiengesellschaft der Gewinnanteil, die Dividende sondern erst der Anteilschein,die Aktie.

Das volkswirtschaftliche Produkt, welches auf ein Geldstück, auf eine Aktie, entfällt, ist der Gewinnanteil, die Dividende.

Wie bei einer gewöhnlichen Aktiengesellschaft, wird auch hier der Gewinnanteil teils durch die Anzahl aller Aktien, das ist hier durch die Anzahl der vorhandenen Geldstücke, und teils durch die Menge des zu verteilenden Gewinnes, das ist hier durch die Menge des Produktes bestimmt.

Wenn zum Beispiel insgesamt 10 Geldstücke vorhanden sind, so ist ein Geldstück ein Zehntel aller Aktien und berechtigt zum Bezuge eines Zehntels aller Aktien und berechtigt zum Bezuge eines Zehntel des Gewinnes, des Produktes.

Wenn zum Beispiel 20 Brote zum Verteilen kommen, so entfallen auf ein Zehntel aller Aktien zwei Brote.

 

Das volkswirtschaftliche Kapital

Geld ist, wie gesagt, nicht das Aktienkapital, sondern die Aktie der Volkswirtschaft. Das Aktienkapital ist die Arbeitskraft.

Da die Volkswirtschaft keinen Mangel an Arbeitskraft hat, hat sie auch keinen Kapitalsmangel!!!

 

Geldmangel der Volkswirtschaft

da Geld, wie gesagt, nicht das Aktienkapital, sondern die Aktie der Volkswirtschaft darstellt, so heißt ein Geldmangel der Volkswirtschaft richtig nicht Kaptialsmangel, sondern Aktienmangel. Wer lacht aber nicht, wenn er hört, daß eine Aktiengesellschaft einen Aktienmangel, das ist ein Mangel an gewissen Drucksorten habe? So lächerlich ist es, von einem Kapitalsmangel der Volkswirtschaft zu sprechen. Dazu wäre noch folgendes zu bemerken:

Wenn zum Beispeil 10 Teilnehmer da sind, ist es vollständig einerlei, ob jeder einer Aktie, das ist ein Geldstück, oder zwei bekommt. In beiden Fällen bezieht jeder nicht mehr als den zehnten Teil des Gewinnes.

Es gibt also in der Volkswirtschaft überhaupt keinen Geldknappheit; es sei denn in dem Falle, wenn 11 Teilnehmer und nur 10 Geldstücke da sind, oder wenn ein Teilnehmer 2 Artikel von verschiedenen Verkäufern kaufen soll und bloß ein Geldstück hat, welches dem Preise beider Artikel zusammen entspricht. Ein solcher Fall kommt aber nicht in Betracht, da nicht genug Kleingeld zum Wecheln vorhanden ist.

 

Die bürokratische Verteilung

Das alte sozialistische Schule befaßt sich zwar mit der Verteilungsfrage, sie fand aber kein gerechtes Verteilungsverfahren.

Eine bürokratische Verteilung kann nicht gerecht, das heißt, nach Maßgabe der Leistung sein.

Die Bürokratie ist beim besten Willen nicht imstande, den Wert einer Leistung im Vergleich mit Millionen anderer und anders Gearteter zu messen.

Bürokratismus ist das Gegenteil von Sozialismus!

Nur in einer Wirtschaft mit einem freien Unternehmertum und einer freien Arbeiterschaft kann sowohl das Geld als auch das Produkt gerecht, nach Maßgabe der Leistung, verteilt werden.

 

Es gibt kein Recht Geld zu sparen (2.Axiom)

Du meinst, daß es dein gutes Recht sei, das Geld, das du für deine Leistungen bekommst, zu sparen.

Glaubst du aber nicht auch, daß du einen Anspruch darauf hast, für deine Leistungen Geld, dasist Leistungsscheine, zu erhalten?

Glaubst du, daß ein anderer berechtigt sei, die Leistungsscheine, welche dir gebühren und dir ausgefolgt werden sollten, für sich in Anspruch zu nehmen.

Als schaffender Teilnehmer einer arbeitsteiligen Wirtschaft hast du keinen anderen Anspruch als darauf, daß dir dein Anteil am Produkte ausgefolgt werde. Dazu werden dir Leistungs und Bezugsscheine ausgehändigt; und es wird dir freigestellt, zu wählen, was du willst: Nahrungs-, Bekleidungsmittel, Luxugegenstände, Gold, Silber usw..

Diese Güter, die du so beziehst, darfst du sparen, denn sie sind dein alleiniges Eigentum. Die Bezugsscheine hingegen sind nicht dein Eigentum. Die Bezugsscheine hingegen sind nicht dein Eigentum; sie gehören der Gemeinschaft und dienen als Verteilungsmittel, welche Funktionen verhindert wird, wenn du die Scheine hamsterst (vgl. auch nächstes Kapitel). Erzähle mit nicht, daß es bequemer und besser sei, Geld zu sparen. Erstens ist es nicht wahr, worüber an anderer Stelle noch zu reden sein wird; zweitens ist das, was dir bequem zu sein scheint, deinen Arbeitsgenossen sehr unbequem. Auch der Dieb meint, daß es bequemer sei Geld zu stehlen, als solches zu verdienen.

Die wahre Ursache von Arbeitslosigkeit und Arbeitslosigkeit

Das Geld, welches du sparst, ist, wie gesagt, kein anderes, welches die Unternehmerschaft, die Produzentenschaft, schuldet; kein anderes, welches sie für Lohn, Gehalt und Steuer ausgegeben hat; kein anderes, als welches Herstellungskosten des Produktes bildet; kein anderes, asl welches die Verkäufer für das Produkt bekommen müssen, ohne welches das Produkt nicht verkauft werden kann. Wenn du nun das Geld hamsterst, so bleibt das Produkt unverkauft. Das ist es, was die ökonomischen Dilettanten „Absatzstockung“ und „Depression“ nennen.

Wenn die Ware nicht verkauft werden kann, braucht man keine zu erzeugen; und wenn man keine erzeugen braucht, raucht man keine Arbeiter. Das ist es was die Dilettanten „Arbeitslosigkeit“ nennen.

Das Sparen von Geld ist also die einzige Ursache von Absatzstockung und Arbeitslosigkeit, welches Übel bei einem Geldsparsystem nicht behoben werden kann.

 

„Arbeitsbeschaffung“ kann nur eine unproduktive Beschäftigung der Arbeitslosen seinerseits

Da die Gelehrten nicht wissen, was Arbeitslosigkeit ist, wissen sie auch nicht, was Arbeitsbeschaffung ist.

Wenn das Produkt abgesetzt wird, werden neue Produkte benötigt, wenn neue Produkte benötigt werden, werden Arbeiter benötigt, und man braucht keine Arbeitsbeschaffung.

Wenn keine Produkte benötigt werden, so können die Arbeitslosen nur unproduktiv beschäftigt werden, und die Arbeitsbeschaffung ist dann nichts anderes als Arbeitslosenunterstützung! Ist Arbeitslosenunterstützung kein probates Mittel gegen Arbeitslosigkeit, so ist auch Arbeitsbeschaffung kein solches Mittel.

Nur Beseitigung des Geld-Sparsystems ist das richtige Heilmittel!

 

Das kapitalistische Steuerzahlen

Der Kapitalist rettet auch die Staatsverwaltung. Er borgt ihr Geld, das Steuergeld. Auch für diese patriotische Leistung beansprucht er eine angemessene Belohnung, einen kleinen Zins!

Was Geld ist, wissen wir bereits, was aber ist Steuergeld?? Steuergeld ist ein Leistungsschein der Volkswirtschaft, der den Staatsbeamten oder -bediensteten für ihre Leistung ausgefolgt wird. Es ist ja unbestreitbar, daß Leistungen der Staatsverwaltung Leistungen an die Volkswirtschaft sind, und daß die Staatsbeamten und -bediensteten einen Anspruch auf Anteilscheine der Volkswirtschaft haben.

Diese Anteilscheine werden nicht von der privaten Unternehmerschaft, sondern von der Staatsverwaltung verteilt, weil nur die Staatsverwaltung imstande ist, den Wert der Leistungen der Staatsbeamten und -bediensteten gegeneinander abzuschätzen.

Die nächste Frage ist nun die, wo die Staatsverwaltung diese Scheine hernehmen soll.

(Warum die Volkswirtschaft Drucksorten geborgt nehmen und dafür Zinsen zahlen soll, ist eine Frage, die uns an dieser Stelle nicht interessiert.)

Der Staatsverwaltung hingegen, so meint die alte Schule, dürfe die Notenbank keine Scheine borgen.
(Warum die Notenbank das nicht dürfe, ist wieder eine Frage, die hier nicht am Platze ist)

 

Kurz es gibt kein anderes Geld, als welches die Notenbank den Unternehmern geliehen hat

Wie wäre nun eine Staatsverwaltung möglich, wenn sie keinen Anspruch auf einen Teil dieses Geldes hätte

Muß man aber zugeben, daß ein Teil dieses Geldes der Staatsverwaltung gebührt, so ist es unbegreiflich,warum sie das ihr gebührende Geld nicht einfach nehmen, sondern geborgt nehmen soll. Die alte Schule antwortet darauf, daß die Volkswirtschaft augenblicklich einen Kapitalsmangel hat, weshalb die Staatsverwaltung das Steuergeld einstweilen geborgt nehmen müsse; und bezahlt würden die Staatsschulden später, bis die Wirtschaft mehr Geld haben werde.

Wir wissen bereits das dies ein albernes Geschwätz ist. Wir wissen, daß das vorhandene Wirtschaftsgeld niemals zu wenig ist. Wir wissen, daß nur die Unternehmerschaft einen Geldmangel haben kann, und das nur in dem Falle, wenn sie das Geld, das sie ausgibt, das Geld, welches sie der Notenbank schuldet nicht zurück bekommt. In diesem Falle hat die Unternehmerschaft zu wenig Geld, während die Konsumenten, die das Geld gespart haben, zuviel Geld haben, mehr Geld als sie zum Einkaufen benötigen. Dieses Geld – das der Wirtschaft weggesparte, enteignete Geld, ist es eben, welches die Staatsverwaltung geborgt nimmt und dafür Zinsen zahlt.

Geschieht dies etwa deswegen, weil zu wenig Geld da ist, deswegen, weil das der Staatsverwaltung

Staatsverwaltung gehörende Geld nicht vorhanden ist Es ist ja vorhanden, es wird geborgt!! Es ist nur nicht in der Hand der Unternehmerschaft, sondern in der Hand von Frevlern, die das Wirtschaftsgeld enteignet haben. Ist dies aber der Grund dafür, daß die Staatsverwaltung dieses ihr gehörende Geld nicht einfach nehmen sondern, sondern geborgt nehmen soll??Wie wäre es wenn das Geld in der Hand der Unternehmerschaft wäre, das heißt, wenn man kein Geld sparen, keines enteignen könnte und die Unternehmerschaft das Geld das sie ausgibt, zurückbekäme und also das ganze vorhandene Geld hätte? Würde man da auch meinen, daß die Staatsverwaltung den ihr gehörenden Teil dieses Geldes nicht einfach nehmen, sondern geborgt nehmen soll?

Würde man dann glauben, daß die Unternehmerschaft das Geld nicht ausfolgen könne, weil das vorhandene Geld zu wenig sei? Sie würde ja das Geld von den Staatsbeamten und -bediensteten für das Produkt zurück bekommen, und die endgültige Aufgabe würde dann nur in einer Abgabe von Produkten bestehen, von denen kein Mangel vorhanden ist.

Man muß sich wahrlich an den Kopf greifen und fragen: Verstehen diese Gelehrten wirklich, was sie reden, oder reden sie nur so, um uns einen Bären aufzubinden!

Wie kann man sagen, daß Steuerzahlen das Geld mangele, während es zum Steuer borgen da ist???

Wie kann man behaupten, das das die Volkswirtschaft augenblicklich kein Geld zum Steuerzahlen habe, später aber das Geld zum Steuerzahlen und obendrein zur Bezahlung der Staatsschulden haben werde? Wie wäre die später möglich ohne die Geldmenge zu vermehren?

Will man aber später um die Schulden zu tilgen, die Geldmenge vermehren, warum sollte man sie nicht gleich vermehren, um sich das Schuldenmachen zu ersparen?

Macht man Schulden, weil man das Geld nicht, oder vermehrt man das Geld nicht, weil man Schulden machen will??
Kurz die Sache verhält sich wie folgt: Das Wirtschaftsgeld bekommt die Unternehmerschaft von der Notenbank geborgt.

Die Staatsbeamten und -bediensteten haben einen Anspruch aus einen Teil des Geldes, um damit ihren Anteil am volkswirtschaftlichen Produkt beziehen zu können. Dementsprechend verteilt die Unternehmerschaft das Geld. Einen Teil geben sie ihren Arbeitern und Angestellten; den anderen Teil geben sie der Staatsverwaltung als Steuer. Nicht borgt die Unternehmerschaft das Steuergeld, sondern sie gibt es. Sie gibt es, trotzdem sie das Geld der Notenbank schuldet.

Nun soll die Unternehmerschaft das volkswirtschaftliche Produkt verteilen, und zwar nach der Maßgabe des Geldes, daß ist nach Maßgabe der Leistungs- und Anteilscheine.

Um das Produkt richtig verteilen zu können, muß die Unternehmerschaft das ganze Geld zurückbekommen; denn die Herstellungskosten des Produktes sind gleich der Summe des ganzen vorhandenen Geldes, des Geldes, welche die Unternehmerschaft verteilt hatte.

Wenn die Unternehmerschaft so das ganze Geld zurück bekommt, kann sie es neuerdings ganz verteilen. Das ist das, was man „Zirkulation“ des Geldes nennt. Wenn aber nicht mit dem ganzen Gelde eingekauft wird, kann nicht das ganze Produkt verkauft werden, und es entsteht Arbeitslosigkeit und Absatzstockung.

Die Unternehmerschaft ist dann auch nicht imstande, ebensoviel Geld wie früher zu verteilen, somit auch nicht imstande, der Steuerpflicht Genüge zu leisten.

So ist die Wirtschaft an Leib und Gliedern gelähmt, weil das Blut, das Geld nicht zirkuliert

Diese Verbrechen begehen die Geldsparer. Es ist gleichgültig, ob Privatbeamte oder Staatsbeamte das Geld zurück behalten.
Was meinst du nun, was sollte die Staatsverwaltung tun: Soll sie die Frevler zwingen, das enteignete Wirtschaftsgeld herauszugeben – sei es an die Unternehmerschaft für das Produkt oder an die Staatsverwaltung für Steuer – oder soll die Staatsverwaltung das enteignete Geld geborgt nehmen und dafür Zinsen zahlen?
Dazu wäre noch zu bemerken, daß das Geborgtnehmen des Steuergeldes nur ein Narkotikum kein Heilmittel ist. Erstens kann auch das geborgte Steuergeld gespart werden, wodurch der Geldmangel der Unternehmer schaft verschärft wird. Zweitens muß ja zufolge der Zinsen die Steuer erhöht werden, ohne daß dementsprechend das vorhandene Geld mehr wird. Drittens fragt er sich, mit welchem Gelde die Staatsschulden bezahlt werden sollen. Dadurch, daß Geld gespart und verborgt wird, wird ja das vorhandene Geld nicht mehr!
Die Erfahrung lehrt denn auch, daß die Schulden beständig wachsen und astronomische Zahlen erreichen.
Die Steuerkredittheorie mag also nur eine Erfindung des Teufels „Monetaros“ selbst sein. Sie dient nur dazu, dem „Monetarismus“, das ist dem Geldfrevel, Vorschub zu leisten.
Die Spareinlagen betragen bekanntlich ein vielfaches des vorhandenen Geldes.
Somit haben die Sparer nichts anderes als das gesamte vorhandene Geld gestohlen; und das monetarische Steuersystem trägt nicht wenig dazu bei. Wenn z.B ein Gehaltsbezieher einen Teil seines Monatsgehalts regelmäßig sparen kann, das ersparte Geld der Staatsverwaltung borgt, es von ihr wieder als Gehalt bezieht, wieder spart und wieder borgt, und so fort, so beträgt seine Forderung am Ende des Jahres das Zwölffache des geborgten Geldes. Das geborgte Geld ist bloß einfach vorhanden, die Forderung beträgt, aber zwölfmal so viel. So kommt es, daß die Staatsschulden ein vielfaches des vorhandenen Geldes betragen. Dazu kommen noch die Zinsen.

Der kleine Zinsfuß

Die monetarische Schule behauptet, daß ein kleiner Zinsfuß nicht schädlich sei. Wir aber meinen, was für die Diebe nützlich ist, kann für die Bestohlenen nicht unschädliche sein.
Was die Monetarier nicht sehen oder uns verheimlichen ist, daß der Zins wie Unkraut wächst, daß von von einem kleinen Zinsfuß ein großer Zins wird. Das bei einem Spar- und Kreditsystem ein- und dasselbe Geldstück im Jahr zwölfmal im Jahr geborgt und gespart werden kann, und das auf diese Weise aus jedem bloß einmal vorhanden Geldstück eine Schuld von zwölf Geldstücken zu entstehen vermag, wogegen der Schuldner nur eines besitzt.
Wenn der Sparer z.B. 100 Geldstücke von seinem Monatsgehalt spart und verborgt und dies zwölfmal im Jahr wiederholt, so beträgt seine Forderung am Ende des Jahres 1200 Geldstücke, wogegen der Schuldner (die Unternehmerschaft) bloß 100 hat.
Wenn nun der Zinsfuß 1 Prozent ist, hat der Schuldner jetzt zwölf Geldstücke an Zins zu zahlen. 100 Geldstücke hat er wirklich und 12 beträgt der Zins, das sind 12 Prozent des Geldes, welches er wirklich hat.
Nach 10 Jahren beträgt die Schuld 1200 Geldstücke, wogegen der Schuldner bloß 100 hat. Bei einem Zins von 1 Prozent soll er 120 Geldstücke an Zins zahlen. 100 Geldstücke hat er wirklich, und 120 beträgt der Zins, das sind 120 Prozent des Geldes, welches er wirklich hat.
So wird aus dem kleinen Zinsfuß ein großer Zins! Das ist nicht etwa graue Theorie; wir finden sie in der Praxis bestätigt: die Spareinlagen betragen überall ein vielfaches des Geldumlaufes!!!

Was ein Senken des Zinsfußes bedeutet

Es ist nicht ein Zeichen dessen, daß die harten Wucherer weicher geworden sind, sondern daß das vorhandene Geld nicht mehr ausreicht um höhere Zinsen zu zahlen!

Die bestohlenen Diebe

Du kleiner Sparer, du bist Anhänger des Spar- und Kreditsytems. Zwar weißt du bereits, das es ein Diebssystem ist, meinst aber, daß du an der Beute teilnimmst und möchtest das mausen nicht lassen. Diese deine Meinung wäre richtig, wenn es eine fremde Kasse wäre, die du mit deinen Komplizen plünderst. Es ist aber keine fremde Kasse, sondern eine die dir und deinen Komplizen gemeinsam gehört. Der Inhalt dieser Kasse soll unter euch als Lohn und Gehalt verteilt werden. Die Verteilung soll gerecht, nach Maßgabe der Leistung erfolgen. Welchen Zweck hätte es nun den Inhalt zu stehlen? Es hätte nur dann einen Zweck, wenn ein Teilnehmer mit seiner Arbeit nicht zufrieden ist und die übrigen Teilnehmer berauben will.
Nun fragt es sich, ob du den großen Gehaltsbezieher und Sparer berauben kannst oder umgekehrt. Wenn lezteres der Fall ist, solltest das Spar und Kreditsystem verwerfen.

Der große Sparer ist im Vorteil, der kleine ist im Nachteil

(Vergl. auch Kap. „Das Kreditsystem“.) In der Kasse sind z.B. 1000 Geldstücke zum Verteilen. Der große Gehaltsbezieher erhält 800, das sind acht Zehntel des ganzen Geldes; du beziehst 200, das sind zwei Zehntel des ganzen Geldes, als Gehalt.
Bei deinem kleinen Gehalt kannst du 20 Geldstücke sparen; der große Gehaltsbezieher spart 400. Er kauft also für 400 Geldstücke ein; du für 180. So sind jetzt nur noch 580 Geldstücke zum Verteilen vorhanden. Die Verteilung erfolgt nach dem selben Schlüssel wie früher.
Du bekommst also zwei Zehntel von 580 Geldscheinen, das sind 116 Scheine als Gehalt, und du verlierst somit 84 Geldscheine. Dagegen hast du die gesparten 20 Scheine. Somit beträgt dein reiner Verlust durch das Sparen 64 Geldscheine!!!
Der große Sparer bekommt als Gehalt acht Zehntel von 580 Geldscheinen, das sind 464 Scheine und verliert somit an Gehalt 336 Scheine. Dagegen hat er die 400 gesparten Scheine; somit gewinnt er durch das Sparen 64 Geldscheine! Er gewinnt eben das, was du verlierst!
Ob du jetzt bei einem Gehalt von 116 Geldscheinen noch sparen kannst, ist eine andere Frage.
In der Praxis ist die Sache noch viel schlimmer; denn die großen Sparer haben auch großen Einfluß; ihre Gehälter werden nicht gekürzt. Das durch das Sparen nötig werdende Kürzen der Gehälter geht daher nur auf Konto der kleinen Gehaltsbezieher.
Was wir bisher gesehen haben, ist das eines Sparsystems ohne Zinsen. Wenn das Spargeld verborgt wird, ist das Bild noch viel trauriger; denn um das Geld, welches für Zins verwendet wird , muß Lohn und Gehalt gekürzt werden.
Laß dich nicht verlocken von den zwei Prozenten, die du von der Sparkasse bekommst. Das Geld für den Zins wächst ja nicht am Baum. Es kommt vom Lohngeld!
Du beommst von der Sparkasse zwei Prozent, die Sparkasse nimmt vom Schuldner, vom Unternehmer, zehn oder mehr Prozent. Zehn Prozent werden von deinem Lohn genommen, davon bekommst du zwei, die übrigen acht Prozent behält die Sparkasse und hinter der Sparkasse steht der große Sparer, der eben Aktionär der Sparkasse ist!!!
Du glaubst zwei Prozent zu bekommen. Gefehlt! Du zahlst der Sparkasse acht Prozent!!! Aber auch die Prozentefür das Spargeld des großen Gehaltsbeziehers und Sparers kommen von deinem Lohn!
Ja, mein Lieber der große Gehaltbezieher ist dein Verderber! Er besitzt auch die Aktien der Aktiengesellschaften! Er ist der Kapitalist! Er ist auch der Aktionär der Notenbanken! Er beherrscht auch die sogenannte Wissenschaft, die Presse, deinen Verstand, und er macht Krieg!!!
Das nennen wir „Monetarismus“, der Mißbrauch des Geldes.

Das Steuersystem im Dienste des Monetarismus

Die monetarische Schule meint, daß Steuergeld mittels Kredit aufgebracht werden müsse, weil das Wirtschaftsgeld knapp sei.
Daß es keine Knappheit des Wirtschaftsgeldes gibt wurde schon gesagt. Möglich ist nur, daß das Wirtschaftsgelds so verteilt ist , daß einige zu viel und andere zu wenig davon haben.
Wenn aber die, welche zu viel Geld haben, die Steuern nicht zahlen, und die, welche wenig Geld haben nicht zahlen können: Wer soll dann Steuer zahlen??
Die, welche vom Wirtschaftsgeld zu viel bekommen, leihen das Steuergeld; wer aber soll die Steuerschuld bezahlen? Doch nicht die, welche vom Wirtschaftsgeld zu wenig erhalten haben und keine Steuern zu zahlen im Stande sind!
Wenn die, welche Steuer zu zahlen vermögen, sie zu zahlen nicht verpflichtet sind und das Steuergeld von ihnen geborgt genommen wird, kann die Steuer niemals gezahlt werden; noch können jemals die Staatsschulden jemals gezahlt werden.

Das alte Steuersystem ist nicht nur ungerecht, sondern auch ungereimt

Später, meinen die Schwätzer, werde man durch Export Geld vom Auslande gewinnen und die Staatsschulden bezahlen können.
Wie aber, fragen wir, soll das Ausland, welches Geld verliert, seine Staatsschulden bezahlen? Offenbar dadurch, daß es von unserem Staate Geld gewinnt!
Ein erbärmliches Geschwätz! Die Schulden aller Staaten der Erde betragen ein vielfaches des Geldumlaufes dieses Planeten. Somit könnten sie Geld, das sie zur Tilgung ihrer Schulden benötigen, nur vom Monde gewinnen, wohin aber vorläufig kein Export möglich ist.
Im zwischenstaatlichen Handel werden nur Güter und Bezugsscheine auf diese Güter ausgetauscht. Wenn ein Staat Güter exportiert und für das ausländische Geld das er bekommt, ausländische Güter bezieht, so hat er kein ausländisches Geld gewonnen, so hat das ausländische Geld für ihn nicht den geringsten Wert. Wohl aber kann er mit diesem Geld seine Gläubiger, die großen Gehaltbezieher, die ihm das Steuergeld borgten, befriedigen, welche, nachdem sie ihre Rolle gespielt haben, mit dem ausländischen Gelde auswandern. Doch geschädigt sind dann wieder die Schaffenden des Staates, deren Produkte dem Auslande geliefert worden sind und sie dafür nichts bekommen haben!!!

Zweck des Steuerkreditsystem

Zweck des Steuerkreditsystems kann kein anderer sein als der, die großen Gehaltsbezieher für den Fall, daß sie durch irgendwelche Ereignisse die fetten Stellen verlieren, mit Zinsen und Devisen zu versorgen. Eine Fürsorgeeinrichtung für arme Schaffende, die keine Steuer zahlen können, ist dieses System in keinem Fall.

Das alte Steuersystem wäre auch ohne Steuerkredit ungerecht

Abgesehen vom Steuerkredit ist das alte Steuersystem ungerecht aus dem Grunde, weil da vom Sachbesitz eine Geldabgabe verlangt wird.
Da werden die Warenvorräte, die Fabriken und die Maschinen einem phantastischen Geldbetrag bewertet. So wird ein Vermögen und ein Einkommen der Unternehmerschaft errechnet und ihr davon eine Geldabgabe aufgetragen, unbekümmert darum, ob sie Geld besitzt oder nicht. Die Bewertung ist phantastisch und zwar aus folgendem Grunde: Wenn man eine Sache mit einem Geldbetrag bewertet, hat man eine zum Verkauf bestimmte Sache und ihren Warenwert oder Geldwert im Auge, das ist ein Geldbetrag, den man für die Sache zu bekommen vermag.
Nun kann man doch für alle Warenvorräte, alle Fabriken und Maschinen, wenn man sie verkaufen wollte, nicht mehr Geld, vorhanden ist bekommen.

Der Verkaufswert oder Geldwert aller Sachgüter ist also gleich dem Betrage des vorhandenen Geldes, vorrausgesetzt, daß kein Geld gehamstert wird. Wenn Geld gehamstert wird, ist der Geldwert der Sachgüter noch geringer.

Wie aber werden die Sachgüter in der Praxis bewertet? In den Bilanzen werden die Warenvorräte allein mit dem dem Betrage des ganzen vorhandenen Geldes eingestellt, und zwar ohne Rücksicht auf die Geldhamsterei. Obendrein werden auch die Fabriken und die Maschienen mit einem Geldwert angenommen für das Geld nicht existiert.
Klar also, daß die Bilanz falsch und die Bewertung phantastisch ist.

So wird ein nicht existerendes Geldvermögen und -einkommen der Unternehmerschaft errechnet, das der Besteuerung zugrunde gelegt wird!
Nun kommt der Ignoranz höchste Potenz: Wie kann die Unternehmerschaft überhaupt ein Geldwert habendes Einkommen und Vermögen haben, da sie das ganze vorhandene Geld der Notenbank schuldet???
zur Abrundung dieser Betrachtung sei noch gesagt, daß die Fabriken, da sie nicht zum Verkaufen da sind, und die Maschinen, sofern sie nicht zum Verkaufen sind, nur Produktionsmittel der Volkswirtschaft bilden und als solche nicht ein Vermögensobjekt an sich sind. Das Produkt und nicht der Produktionsmittel ist der Wertträger. Setzt man z.B. den Wert des Produktes gleich X, so ist der Wert des Produktes und des Produktionsmittels zusammen nicht mehr als X. Kurz, neben dem Produkte kommt das Produktionsmittel nicht als ein Vermögensobjekt in Betracht.
Nun ist es klar, daß von allen Sachgütern nur die Waren, das sind die zum Verkauf bestimmten Sachen, als Grundlage für die Steuerabgabe herangezogen werden dürfen. Dazu kommt noch folgende Frage:
Ist es recht, vom Warenbesitz eine Geldabgabe zu fordern? Wäre es nicht ebenso vernünftig oder unvernünftig vom Geldbesitz eine Warenabgabe zu fordern?

Um diese Frage richtig zu verstehen, wollen wir uns mal vergegenwärtigen was Steuer ist

Steuer ist die Befriedigung der Staatsbeamten und -bediensteten

a) auf Ausfolgung von Leistungs- und Bezugsscheinen

b) auf Ausfolgung von Waren gegen diese Bezugsscheine

Nun fragt es sich: Ist es vernünftig, die Steuerbezugsscheine, das Steuergeld, aus dem Warenmagazin und die Steuerware aus dem Geldschrank holen zu wollen? Oder beides im Warenmagazin zu suchen? Wäre es nicht ebenso vernünftig, beides aus dem Geldschrank nehmen zu wollen? So unheimlich vernünftig ist die alte Steuertheorie!

Endlich noch eine Frage: Wo soll die Unternehmerschaft, falls sie kein Geld besitzt, das von ihr geforderte Steuergeld hernehmen? Und falls sie zwar Geld besitzt, der geforderte Geldbetrag jedoch den Betrag ihres Geldbesitzes übersteigt – wo soll sie den fehlenden Betrag holen? Wie kann sie das fehlende Geld bekommen, wenn die Lohn- Steuerbezieher das Geld hamstern? Es gibt bloß zwei Möglichkeiten:
a) die Unternehmerschaft nimmt das fehlende Steuergeld von den großen Gehaltbeziehern und Sparern geborgt, wodurch die Schulden der Unternehmerschaft, wie schon gesagt, unendlich wachsen und auch die kleinen Lohnbezieher zu Schaden kommen.

b) Die Notenbank druckt neues Geld und borgt den Unternehmern den fehlenden Steuerbetrag, wodurch wieder nur die Steuergeldbezieher profitieren, die Wirtschaft aber und die übrigen Lohn- und Gehaltsbezieher geschädigt werden.
Nur das kann Zweck der alten Steuertheorie sein; denn ein gerechtes Steuersystem ist möglich, es wird aber von den Jüngern der alten Schule und sonstigen Monetariern verschwiegen und unterdrückt.

Das richtige Steuerprinzip

Was ist einleuchtender als das, daß das Steuergeld aus dem Geldsack und die Steuerware aus dem Warenmagazin geholt werden soll? Nun fragt sich nur noch, wie das Steuergeld und die Steuerware aus ihren Verstecken geholt werden können.

Das, sagen wir, geschieht, automatisch, nämlich durch die automatische Steuer und das Antikreditgesetz.

 

Die automatische Steuer

Der Geldumlauf beträgt zum Beispiel 10 Millionen. Die Staatsverwaltung braucht monatlich 1 Million, das ist den zehnten Teil des Geldumlaufs. Da druckt die Staatsverwaltung am Ersten des Monats 10 Millionen neue Geldscheine, behält davon 1 Million als Steuer und die übrigen 9 Millionen verwendet sie zum Eintausch der im Umlauf befindlichen 10 Millionen alten Scheine.

So bekommt jeder für 10 alte Scheine 9 neue. So gibt jeder den zehnten Teil seines Geldes ab.

Wer kein Geld besitzt wird mit keiner Geldabgabe belästigt. Wer kein Geld, keine Bezugsscheine besitzt, hat aber auch keine, die den Steuerbeziehern gehören, er ist daher auch nicht verpflichtet Steuerbezugsscheine auszufolgen.

Das große Steuerunrecht ist somit beseitigt, das Unrecht, Bezugsscheine, die den Steuerbeziehern gehören, nicht von denen abzufordern, die diese Scheine besitzen, sondern von denen, die sie nicht haben, ein Unrecht, das beim alten Steuersystem begangen wird.

Die Steuerbezugsscheine sind ja vorhanden. Das Papier wird ja nicht aufgegessen. Wenn einer diese Scheine nicht hat, so befinden sie sich bestimmt im Besitz eines anderen. Werden diese Scheine nun von denen gefordert, die sie nicht besitzen, so werden sie eben nicht gefordert von denen, in deren Besitz sie sich befinden.

Dieses Unrecht wäre also beseitigt, und es fragt sich nur, ob da nicht einem Geldbesitzer mehr und und einem weniger Steuerscheine abgenommen werden, als er von Rechts wegen abzugeben verpflichtet wäre. Diese Frage ist jedoch zu verneinen, da die automatische an dem Geldbesitzverhältnis der Steuerzahler nichts ändert.

Da werden zum Beispiel jedem Geldbesitzer 10 Prozent seines Geldbesitzes abgenommen; wer also vor der Steuerzahlung 20 Scheine besaß, hat nach der Steuerzahlung 18 Scheine; und wer vor der Steuerzahlung 10 Scheine besaß, hat nach der Steuerzahlung 9 Scheine. Das Verhältnis ist nach wie vor dasselbe.

 

3. Axiom

Nimmt man nun an, Daß es gerecht sei, daß der eine zweimal soviel Geld wie der andere haben soll, so hat die Steuer keinen bevorteilt und keinen benachteiligt. Nimmt man aber an, daß dieses Verhältnis ungerecht sei, so ist nicht die Steuer daran schuld; denn sie hat ja dieses Verhältnis schon vorgefunden. Schuld daran ist dann nur das Verteilungsverfahren der Volkswirtschaft.

Im Verteilungsprozeß wird, wie schon gesagt, die ungerechte Verteilung des Geldes durch Geldhamsterei verursacht; und dieser Unfug wird, wie wir bald sehen werden, eben durch die automatische Steuer verhindert. Kurz das alte Steuersystem ist bestimmt ungerecht; durch die automatische Steuer wird keiner bevorteilt keiner benachteiligt; überdies verhindert die automatische Steuer, daß das Geld im Verteilungsverfahren durch Geldhamsterei ungerecht verteilt werde: Welchen Einwand hättest du gegen die automatische Steuer??

 

Der Geldumtausch bei der automatischen Steuerabgabe

Der Umtausch geht reibungslos vor sich. Bei jedem Postamt bekommt man z.B. für 10 alte Scheine 9 neue.

Man kan mit den alten Scheinen aber auch einkaufen, nur zahlt man für die Ware, die 9 Scheine kostet, 10 alte Scheine.

Die alten Scheine können beliebig lang im Verkehr gelassen werden. Sie verlieren jeden Monat aber beispielsweise 10 Prozent von ihrem Kaufwert, wodurch Geldhamsterei ausgeschlossen wird.

 

Die bequemste Steuer

Die automatische Steuer ist die bequemste Steuer. – Bereitet vielleicht die bürokratische Steuer weniger Scherereien??

 

Die billigste Steuer

Die automatische Steuer ist die billigste Steuer. Das Heer von Steuerbeamten und Vollzugsorganen wird für produktive Arbeit frei. Um 50 Prozent wäre die automatische Steuer billiger. Im alten Steuersystem werden 50 Prozent der Steuer von den Steuerfindern, Ämtern, Exekutoren und Spitzeln verbraucht. Dazu kommt die unproduktive und lästige Arbeit, die die Steuer dem steuerzahler selbst verursacht.

 

Die einzig gerechte Steuer

Es gibt außer der automatischen Steuer kein Mittel, das Geldhamstern verhinderte und bei Geldhamsterei gibt es keine gerechet Verteilung des Geldes.

 

Warum die automatische Steuer ignoriert und abgelehnt wird

Die automatische Steuer ist die bequemste Steuer, die billigste Steuer und die einzige gerechte; warum wird sie ignoriert, warum wird sie abgelehnt?? Die automatische Steuer wird nicht ignoriert, weil man eine bessere wüßte; denn man weiß keine bessere. Man lehnt sie nicht ab, weil sie ungerecht wäre, sondern weil sie gerecht ist!!! Nicht besseres Wissen, nicht Gerechtigkeitssinn, sondern Stumpfsinn oder Eigennutz ist der Grund des Ignorierens und des Ablehenens.

 

Das Antikreditgesetz ist unentbehrlich

Dem Unfuge, Geld zu hamstern, begegnet die automatische Steuer; nicht aber kann die automatische Steuer das Sparen und Verborgen von Geld verhindern; denn es würden sich Leute finden, die Geld geborgt nehmen und die Steuerabgabe auf sich nehmen. Auch den Unfug Ware zu verborgen, kann die automatische Steuer nicht beseitigen. Diese zwei Mißbräuche, die eine Verteilung des Geldes und der Ware nach Maßgabe der Leistung unmöglich machen, beseitigt das schon bekannte Antikreditgesetz.

 

Die dümmste monetarische Lüge, die Deckungslehre

Geld, behauptet die monetarische Schule, müsse durch einen Schatz von Gold oder Devisen gedeckt sein. Es müsse eine private Aktiengesellschaft sein, die einen solchen Schatz hat, der das ausschließliche Recht übertragen werden soll, Papiergeld zu drucken und es auf Zinsen zu verborgen. Wie diese Aktiengesellschaft zur Welt kam und ob sie den Gold- und Devisenschatz schon in der Wiege vorgefunden habe, sagt die monetarische Schule nicht.

Wir glauben, daß zuerst ein Ackerbauer und ein Viehzüchter zur Welt kamen, die ihre Arbeit unabhängig von einander verrichteten. Es war keine Arbeitsteilung, kein Sozialismus. Sie tauschten ihre Produkte gegeneinander aus, wozu sie kein Geld und keine beschatzte Notenbank brauchten.

Erst später mag jemand Geld gefunden haben. Was meinst du nun? Glaubst Du, daß jene zwei ohne den Goldgräber nicht hätten existieren können und daß der Goldgräber ohne die anderen zu leben vermöchte? Wir glauben, das der Goldgräber sein Gold gern hergab für Brot und Fleisch; und da die anderen das Gold nicht verzehrten, waren sie Besitzer eines Goldschatzes. Solange sie ihre Produkte unmittelbar tauschen konnten hatten sie für das Gold keine andere Verwendung als sichs in Nase und Ohren zu hängen. Später, als sich die Bedarfsartikel vervielfältigten und ein unmittelbares Tauschen nicht gut möglich war, benützten sie das Gold als Tauschmittel. Erst als die Wirtschaft arbeitsteilig wurde, erst da man Kanalräumer und ebenso notwendig Ökonomieprofessoren brauchte, Arbeiter zum schaffen ebenso notwendig wie Beamte zum anschaffen, erst als man Arbeitslohn und Steuer zu zahlen hatte: da wurde so etwas wie Geld unentbehrlich.

Daß durch die Arbeitsteilung das Rechtsverhältnis der Schaffenden zueinander ein anderes geworden ist; daß durch Arbeitsteilung kein Privateigentum, sondern ein gemeinsames Eigentum der Schaffenden entsteht, daß in diesem Falle die Schaffenden nichts miteinander zu tauschen, sondern ein gemeinsames Eigentum, das ist das volkswirtschaftliche Produkt, untereinander zu verteilen haben; daß der Verteilung des Produktes eine Bewertung der Leistung gegeneinander einerseits und eine Bewertung der einzelnen Warenartikel andererseits vorausgehen muß: daß eine solche Bewertung sowohl auf dem Arbeitsmarkte als auch auf dem Warenmarkte durch Verteilung von Geld genannten Leistungs- und Bezugsscheinen tatsächlich erfolgt; daß somit das Kaufen und Verkaufen kein Tauschen, sondern ein Verteilungsverfahren ist, und das daß Geld ein Verteilungsmittel ist: Das, zu ihrer Schande sei es gesagt, wissen die Schriftgelehrten nicht; und das wollen die Pharisäer nicht wissen!

Sie wollen es nicht begreifen, weil sie ihre Hirnlosigkeit nicht bekennen wollen, oder weil sie im Dienste der Monetarier stehen.

Sie reden von „Sozialismus“ und wissen nicht, daß Sozialismus heißt, die Arbeit teilen und das Arbeitsprodukt verteilen, und zwar nach Maßgabe der Leistung und nicht nach bürokratischer Willkür.

 

Ohne Ergokratie gibt es keinen Sozialismus

In dem Irrtum befangen, daß das Kaufen und Verkaufen ein Tauschen sei, und da der Viehzüchter zum Beispiel nicht ein Schaaf gegen Kleider, Zahnpaste, Schuhe, Brot usw. zu tauschen vermag, glaubt die alte Schule, ein Tauschmittel zu benötigen, das Eigenwert hat (siehe Seite 16, oder …) und in kleine Stücke geteilt werden kann. Dazu am geeignetsten sei Edelmetall, das Gold also, welches der Ackerbauer und der Viehzüchter vom Goldgräber erhalten haben. Da aber der Schneider, der Schuhmacher usw. nicht fähig seien, Edelmetall auf seine Echtheit zu prüfen, müßte das Gold amtlich zu Münzen geprägt werden.

Wie aber, fragen wir, kam es zur Gründung einer privaten Notenbank, einer Aktiengesellschaft, der man das ausschließliche Recht verlieh, ein Tauschmittel von Papier herzustellen und diese Banknoten dem Ackerbauer, dem Viehzüchter, dem Schneider, dem Schuhmacher usw. auf Zinsen zu borgen??

Das, sagt die alte Schule geschehe, weil diese Aktiengesellschaft einen Goldschatz habe: Woher aber, fragen wir, hat diese Gesellschaft einen Goldschatz? Wofür hätten die Goldgräber ihr das Gold gegeben? Haben sie es ihr für Lebensgüter gegeben? Dann müßten ja die Lebensgüter Schaffenden Gold bekommen haben und eine Notenbank gründen können, die allen Schaffenden gemeinsam, das heißt dem Staate, gehört, von welcher sie das papierene Tauschmittel ohne Zinsen beziehen könnten. Ist die Notenbankaktiengesellschaft aber selbst eine Gesellschaft von Goldgräbern, so lassen wir sie verenden, falls sie das Gold nicht für Lebensgüter hergeben will. Lassen wir es auf die Probe ankommen, wer Länger aushalten kann, die Produzenten von Lebensgütern ohne das Tauschmittel, oder die Goldbesitzer ohne Lebensmittel.

Meint man aber, daß das papierne Tauschmittel so unentbehrlich ist, daß die Lebensmittelproduzenten ihre Produkte dafür unter jeder Bedingung verkaufen müssen, dann meinen wir, würden sie auch für unbeschatztes Papiergeld verkaufen. Diese Meinung wurde bereits von der Erfahrung bestätigt.

Die sogenannte Deckung, die früher schon bloß eine Vierteldeckung war, wurde vor wenigen Jahren gänzlich abgeschafft. Früher schon reichte der Schatz der Notenbank bloß zur Deckung eines Viertels der Banknoten, die sie ausgaben.

Selbst aber dies war ein Schwindel, indem die Deckung nicht allein in Gold bestand, sondern zum großen Teil in Devisen, das ist in ausländischem Papiergeld, welches seinerseits in der ausländischen Notenbank bloß zu einem Viertel gedeckt war. Insofern waren die ausländischen Banknoten bloß zu einem Viertel von einem Viertel, das ist zu einem sechzehntel gedeckt.

Zufolge von gewissen Börsenmanövern wurde vor wenigen Jahren die Deckung gänzlich aufgehoben!

Inzeniert wurde dieses Manöver nicht etwa von armen Leuten, sondern eben von den großen Geldsparern, Geldverleihern und Aktienbesitzern; inszeniert zu dem Zwecke, um den Schatz der Notenbank an sich zu bringen. Wie dies zuging sagen wir an anderer Stelle.

Zufolge dieser Manöver wurde der sogenannte Goldstandart aufgehoben, das heißt, die Notenbank wurde von der Pflicht befreit, ihre Banknoten auzulösen.

Daß die Notenbank trotzdem in privaten Händen blieb, das ausschließliche Recht behielt, Papiergeld zu erzeugen, es auf Zinsen zu verborgen, für das ungedeckte Geld Gold zu kaufen und den Aktionären Dividenden zu zahlen – das eine Sache für sich.

Glaubst du aber noch, daß du deine Waren für Papiergeld aus dem Grunde verkaufst, weil weil es bei der Notenbank gedeckt sei? Nein du verkaufst für Geld, weil du, um existieren zu können, für Geld verkaufen mußt. Wenn du es nicht glaubst, so versuche es einmal, nicht für Geld verkaufen zu wollen, weil es nicht mehr gedeckt ist.

Klar also, daß die Deckungstheorie der dümmste Schwindel der alten Schule ist; klar, daß eine private Aktiengesellschaft zum Gelddrucken nicht nötig ist; klar daß nur der Staat das recht haben soll, Geld zu erzeugen; und klar, daß, wen man will, auch die staatliche Notenbank für ungedecktes Papiergeld einen Schatz kaufen könnte.

Monetarischer Bürokratismus

Den monetarischen Bürokratismus haben wir so ziemlich kennen gelernt. Ob du es Demokratie, Sozialismus oder Kommunismus nennst, es ist nur monetarischer Bürokratismus.

Hab- und Machtsucht ist sein Wesen. List ist seine Kraft. Eigennutz ist seine Nächstenliebe. Sein Ich ist das Geliebte Volk. Gewalt ist sein Recht. Er umnebelt deinen Verstand, vergiftet deine Seele und knetet deinen Willen und Leib.

Für ihn schaffst du; für ihn hungerst du. Für seinen Ruhm siegst du, mordest du, stirbst du. Diesem Unwesen macht die ergokratische Reform ein Ende.

Die Tatsache, die der ergokratischen Lehre zugrunde liegen

Die Volkswirtschaft ist arbeitsteilig. (Ist unbestritten.) Das volkswirtschaftliche Produkt entsteht unter Mitwirkung aller Schaffenden. Es gehört allen gemeinsam, und jedem gehört ein Teil dessen, und zwar nach Maßgabe seiner Leistung. Das heißt „Ergokratie“; Herrschaft der Leistung. „Ergon“: das Werk, „Kratein“: das Herrschen.

Was die alte Schule nicht weiß oder nicht wissen mag, ist, wer den Wert der Leistungen gegeneinander zu bestimmen berufen.

Wer fragen wir, wenn nicht der Unternehmer, sollte beurteilen, welcher von seinen Gehilfen mehr oder weniger wert ist? Er beurteilt dies gewiß nach der Leistung und nicht danach, welcher Partei der Arbeiter anghört. Er beurteilt dies durch Ausfolgung von Leistungsscheinen, genannt Geld.

Wer die Leistungen der Unternehmer bewertet, ist eine später zu beantwortende Frage. Da werden wir auch sehen, daß die Behauptung der sogenannten Sozialisten oder Kommunisten, daß der Unternehmer, seine Arbeiter auszubeuten vermöge, nicht wahr ist.

Nach erfolgter Verteilung der Leistungsscheine am Arbeitsmarkte wird am Warenmarkt das Arbeitsprodukt, der Reallohn, verteilt.

Am Warenmarkte werden aber auch Leistungsscheine verteilt. Da sind die Kunsumenten, die Arbeiter und Angestellten, die Verteiler. Sie verteilen das Geld, welches sie von der Unternehmerschaft erhalten hatten unter die Unternehmer, unter die Verkäufer. Sie verteilen gewiss

nach Maßgabe der Leistung. Wer mehr Ware, wer bessere Ware hergibt, bekommt mehr Geld. Da also werden die Leistungen der Unternehmer bewertet, von den Arbeitern bewertet!!!

Wenn nun mit dem Gelde nicht gewuchert wird, wenn es nicht gespart, sondern als Leistungsschein verwendet wird, wenn auch mit der Ware nicht gewuchert wird, wenn sie nur unter die Besitzer der Leistungsscheine verurteilt wird; ist eine Ausbeutung der Arbeiter durch die Unternehmer nicht recht denkbar.

In einer solchen Wirtschaftsordnung gibt es , wie gesagt, keine Arbeitslosigkeit, keinen Überfluß an Arbeitskräften und keine Absatzstockung. Da ist der Unternehmer bestrebt, immer mehr Arbeiter zu beschäftigen, um so auf dem Warenmarkt mehr Geld einzunehmen: Da kann der Unternehmer den Lohn nicht diktieren, den Arbeiter nicht ausbeuten.

Diese Wahrheit wurde bereits durch die Erfahrung bestätigt. In den ersten Jahren nach dem ersten Weltkrieg gab es in Österreich keinen Kredit und keine Geldhamsterei. Handel und Gewerbe blühten und jede Lohnforderung der Arbeiter wurde glatt bewilligt.

Kurz, eine ergokratische Wirtschaft ist echt sozialistisch, echt christlich, echt human und es gibt keinen Sozialismus ohne Ergokratie. Was deine Partei dir als einen Sozialismus, Kommunismus oder eine Demokratie vorgegauckeln, es weder das eine noch das andere; es ist nur Bürokratismus.

Nachwort zu Axiom 1:

Kreditinflation und Wechselemmision (Giralgeld) mißachten Eigentum. Durch machthungrige Nutzung dieser widerrechtlichen Möglichkeiten durch Generationen sind die heutigen Wirtschaftsimperien entstanden. Da sie weder demokratisch, noch human, noch christlich sind, und schon gar nicht rational arbeiten. Machtwille kann nicht anders als stets zentralistisch organisieren.

Zu einen guten Teil sind unsere überdimensionierten Großstädte Abbilder dieses Wollens und Denkens. Da Machtwille absolutistisch handelt, kommt es zwischen der noch stark im Nomadentum

lebenden Gruppe und der ins Nomadentum Zurückgefallenen zu Kämpfen. Der zweite Weltkrieg mit seinen 50 Millionen Ermordeten, seinen kulturzerstörenden Verwüstungen, seinen Gaskammern, hätte nicht stattgefunden ohne diese Zwei. Unsere an sich herrliche Technik hat unsere Lebensgrundlage, die Natur, schwer geschädigt. Nur mit einer geänderten Technik werden wir diese Schäden wieder gutmachen können – und mehr. Erste Erfolge geänderte Denkens sind bereits vorhanden. Wir werden es uns aber nicht leisten können, Arbeit in sinnloser Bürokratie zu vergeuden. Gäbe es diese furchtbaren regelrecht debilen Wirtschaftsgesetze nicht, der stärkste Machtwille müßte ohnmächtig versanden. Man könnte die rechtmäßigen Eigentümer nur über Beteiligungen am Besitz und Ertrag (Aktie) bewegen, zu investieren. Ganz andere Strukturen und eine andere Einstellung zur Arbeit, würden unser Dasein heute menschlich machen.Wer sich beteiligt, gibt sein Geld mit allem Risko, mit allem Risiko, erst bei Ertrag bekommt er seinen Anteil. Rechtlich einwandfrei. Verschuldung kann daraus nie entstehen. Wer gegen Zinsen borgt, nimmt Sicherstellungen, riskiert nichts, verlangt unbhängig von der Ertragslage seinen Zins. Riesenverschuldungen sind daraus entstanden. Wo ist da Vernunft, Recht, Menschlichkeit, Brüderlichkeit, Demokratie, Christentum, Humanität? Justitia regnorum fundamentum. Gerechtigkeit ist die Grundlage des Regierens, steht in „ehernen Lettern“ an der Innenseite des äußeren Burgtores in Wien. Hätten die Habsburger dies als unabdingbare Grundlage des menschlichen Zusammenlebens mit allen Kräften eingehalten, sie wären heute noch. Auch eine Demokratie die diesen Kardinalpunkt nicht erfüllt, zerstört sich selbst.

Zu Axiom 2: Zum „Zwang“ des Konsumierens nur ein einziger Hinweis: würde immer mehr

produziert als konsumiert, müßten die Lager ins Unendliche wachsen.

Zu Axiom 3:

Erst unterbindet man durch Privilegien, als Ordnungen deklariert, das freie aushandeln des gerechten Anteils, dann steuert man teuerste Beamtenapparate, es entstehen unlösbare „Rechtsprobleme“ Fazit: Verstimmung auf beiden Seiten, Zerstörung der Schaffensfreude.

 

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