„In Anbetracht dieser Kompetenz der Spiegelredaktion sollte den Lesern des Blattes der Einkaufspreis zurückerstattet und ihnen stattdessen ein angemessenes Schmerzensgeld gezahlt werden.“
von: http://spiegelkabinett-blog.blogspot.de/2016/02/will-der-spiegel-den-krieg-mit-russland.html
Deutschland im Belagerungszustand. Russische Invasoren, wohin das Auge schaut. Putin hat seine 5. Kolonne in Marsch gesetzt. Ihre Aufgabe: Unsere freiheitliche Gesellschaft zu unterwandern, Deutschland zu schwächen, Europa auseinander zu treiben, mit Flüchtlingen zu überschwemmen und letztlich unsere Kanzlerin, unsere Angela Merkel, zu stürzen. Das Volk, dumm und träge, lässt sich bereitwillig von der Propaganda des Dämons aus dem Kreml in sein Verderben führen. Ein kalter Ostwind bläst uns ins Gesicht: Wutbürger, Pegida, AFD, brennende Flüchlingsunterkünfte (nee, halt, sind uns die Flüchtlinge nicht von Putin geschickt worden – egal), Pest, Cholera und die wieder aufkeimende Schweinegrippe, düster unsere Zukunft. Eines nicht mehr fernen Tages sitzt im Kanzleramt, dort wo jetzt noch unsere amerkanischen Freunde in aller Ruhe und unbehelligt von den deutschen Sicherheitsorganen unsere Kanzlerin, unsere Frau Merkel aushorchen, ein sibirischer Finsterling, der Statthalter des Despoten Putin.

Nur noch Wenige halten den slawischen Horden stand. Dazu gehören solche Geistesgrössen wie der CDU-Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter oder die Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen, Marie Luise Beck. Während Kiesewetter in einem Interview im Deutschlandfunk die slawische Gefahr klar benannte:

„Das Interesse Russlands ist es, die EU zu destabilisieren, insbesondere den Zusammenhalt der EU zu gefährden, und das gelingt ihm ja, indem er rechtsradikale Parteien in Frankreich, auch in anderen Regionen unterstützt und hierbei Zwietracht sät,“

auf Nachfrage des Redakteurs des Deutschlandfunks, Dirk Müller:

„Das ist für Sie ganz klare Sache, können wir so festhalten: Sie sind im Deutschlandfunk fest davon überzeugt, Wladimir Putin will Europa auseinanderdividieren und spalten?“

allerdings jeden Beweis schuldig blieb, dafür aber mit weiteren wilden Spekulationen antwortet:

„Das ist sein strategisches Interesse, eindeutig. Er braucht dazu kein Militär, er braucht dazu Desinformation und seine Fünften Kolonnen, die er durch sein Auslandsnetz finanziert und mit falschen Informationen versieht“,

hat die Grüne Marie Luise Beck schon wohlfeile Lösungen parat. Sie sieht die Presse- und Meinungsfreiheit in Deutschland am besten beim Verfassungsschutz aufgehoben. Den Herrschaften in den Trenchcoats und den Schlapphüten auf dem Kopf anempfiehlt sie beispielsweise, doch einmal etwas näher bei der „Ständigen Publikumskonferenz“ nachzusehen:

„Was noch nicht belegt ist und wo ich hoffe, dass der Verfassungsschutz endlich nachhakt, ist die Frage, wer die ominöse „Maren Müllers ständige Publikumskonferenz“ ist, die jede Redaktion bombardiert mit Briefen, Protestbriefen, und so systematisch zu einer gewissen Einschüchterung sogar in den Öffentlich-Rechtlichen führt.“

Dabei beruft sie sich auf den Briten Peter Pomerantsew, den sie mal eben in den Stand eines Analytikers erhebt. Sein Verlag Random House beschreibt seine Profession allerdings so:

„Peter Pomerantsev ist ein russischstämmiger britischer TV-Produzent und Autor. Er hat neun Jahre in Russland gearbeitet; inzwischen lebt er wieder in London. Er ist regelmäßiger Beiträger der London Review of Books, seine Artikel erscheinen außerdem in Atlantic, Financial Times, Newsweek und New Yorker.“

In der Zeitschrift IP (Internationale Politik), die von der „Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik e. V.“, einer Institution, die zu 100% von der Bundesregierung finanziert wird, gewährt uns Pomerantsew Einblick in sein, von schweren Schüben von Verfolgungswahn gekennzeichnetes, zerüttetes Seelenleben:

„Das neue russische Konzept von Informationskrieg, „Informations- und Psychologischer Krieg“ genannt, geht dagegen von einem ewigen Krieg aus – ohne Anfang und Ende. Es geht um die „unsichtbare Einwirkung zur Unterminierung der strukturellen Grundlagen des Gegners“. Das bedeutet: Es gibt keinen Unterschied mehr zwischen Krieg und Frieden, die Operationen sind nicht mehr Teil von spezifischen Kriegshandlungen, sie laufen immer weiter.“

Und auf die Frage von IP, die interressanter Weise schon gar nicht mehr von Informationskrieg sondern gleich von Krieg spricht:

 „Was macht diese Art von Kriegsführung so gefährlich“,

antwortet Pomerantsew:

„Wir haben praktisch keine Möglichkeit, sie abzuwehren, weil alle Bestandteile des westlichen Systems selbst benutzt werden: offene Märkte, eine offene Kultur, offene Medien – all jene Dinge, von denen wir dachten, sie zeichneten eine große liberale Demokratie aus, nach dem Motto: je größer die Medienlandschaft, desto reicher die Debatte. Plötzlich erweist sich das als Schwäche. Wir sind ratlos, und wir verfügen über keine Institution, die dagegen vorgehen könnte.“

Wie gut, dass wir Politikerinnen wie Marie Luise Beck haben, die immer noch eine Möglichkeit der Gegenwehr sehen und entschlossen handeln.

In dieser Situation, in der uns von Putin ein Krieg aufgezwungen wird, steht ein Presseorgan wie ein Fels in der Brandung und opfert einen Grossteil seiner kostbaren Druckseiten der Dekontaminierung der deutschen Öffentlichkeit von der Verseuchung der russischen Desinformation.

In seiner Ausgabe 8/2016 vom 20. Februar, widmet das ehemalige Nachrichtenmagazin gleich neun Seiten in vier Beiträgen,der drohenden Gefahr aus dem Osten. Angefangen mit dem Leitartikel „Putins Aggressionen“ über den Artikel „Die Achillesferse“, die sich mit dem russisch-türkischen Konflikt befasst, „Die Enttäuschten“, eine Betrachtung zu der Krise in der Ukraine, bis hin zu „Jenseits der roten Linie“, ein Artikel, der sich mit dem Syrienkrieg und im speziellen mit der Auseinandersetzung zwischen den Kurden und Russland befasst.

Dem Blatt vorangestellt ist der Leitartikel – um im Bild zu bleiben, der vorderste Wellenbrecher, der vorgeschobene Beobachter. Warum nicht einmal wieder Wikipedia bemühen:

„Insgesamt ist der Leitartikel ein „Aushängeschild“ der Redaktion und steht in der Regel im Einklang mit der Tendenz des Publikationsorgans. Im Leitartikel wird die politische Richtung der Zeitung widergespiegelt.“

Sehen wir uns dann doch einmal die „politische Richtung“ der Redaktion des Spiegel an. Dafür eignet sich erfahrungsgemäss am Besten immer der letzte Satz eines Artikels, die Zusammenfassung des Geschriebenen und die Schlussfolgerung, die daraus zu ziehen ist. Hier heisst es:

„Wenn sich der Westen bei künftigen Konflikten nicht wieder ausmanövrieren lassen will, darf er sich nicht einschüchtern lassen, nicht nach Beschwichtigung trachten – er muss den Angriffen auf die Weltordnung geeint entgegentreten.“

Nun ist das immer so eine Sache mit der Weltordnung. Zumeist hat jeder seine eigene, und oftmals sind diese diversen Weltordnungen miteinander wenig kompatibel. Wenn der Leitartikler und somit also auch die gesamte Redaktion des Spiegels hier von „der Weltordnung“ spricht, dann impliziert das ein Absolutum. Also eine allgemein gültige Weltordnung, der sich alle anderen Weltordnungen unterzuordnen haben. Nun könnte man meinen, der Spiegel beziehe sich auf die Ordnung, wie sie in den Statuten der UN festgelegt und allgemein anerkannt sein sollte, schaut man sich einmal die Liste der Unterzeichner an.
weiterlesen in der Quelle: http://spiegelkabinett-blog.blogspot.de/2016/02/will-der-spiegel-den-krieg-mit-russland.html

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