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Der Umstieg der Ukraine auf einen anderen Kernbrennstofflieferanten gefährdet die Sicherheit der Europäer. Das stellte das russische Außenministerium in seinem Kommentar zu einem zwischen Kiew und der US-Firma Westinghouse am Dienstag unterzeichneten Vertrag fest.

„Das von Kiew beschlossene Experiment unterhöhlt die Sicherheit und Gesundheit der Bürger der Ukraine und der Völker Europas… Es entsteht der Eindruck, dass die Kiewer Behörden keine Lehren aus der Tschernobyl-Tragödie gezogen haben“, schrieb das russische Außenministerium auf seiner Internetseite.

„Die nukleare Sicherheit fällt politischen Ambitionen und möglicherweise auch anderen Interessen zum Opfer. Für die Folgen möglicher Havarien und Zwischenfälle werden die ukrainische Führung und der US-amerikanische Lieferant voll und ganz verantwortlich sein“, hieß es in dem Kommentar.

Schritte zur Erschließung neuer Märkte für Kernbrennstoff seien im Prinzip ganz normal. Aber im Fall Westinghouse würden Erwägungen der nuklearen Sicherheit völlig ignoriert, betonte das Außenamt.

Der ukrainische Konzern Energoatom und die US-Firma Westinghouse hatten am Dienstag in Brüssel ein Abkommen über die Versorgung der Ukraine mit Atombrennstoff unterzeichnet. Regierungschef Arseni Jazenjuk erklärte zuvor, dass mit Westinghouse auch ein Vertrag über weitere Lieferungen von Kernbrennstoff signiert werden soll.Vor einigen Jahren waren im tschechischen Atomkraftwerk Temelin einige US-Brennstäbe undicht geworden, worauf Prag auf Dienste von Westinghouse verzichtet hatte. 2012/2013 gab es bereits Probleme mit Westinghouse-Brennelementen im Südukrainischen Atomkraftwerk. Experten weisen darauf hin, dass US-Kernbrennstoff mit Druckwasserreaktoren vom Typ WWER nicht kompatibel ist.
Quelle: http://de.sputniknews.com/wissen/20141230/300455945.html

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