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Der Prozess gegen 20 antifaschistische Aktivisten begann am 27. November. Insgesamt wurden 70 Personen inhaftiert oder unter Hausarrest gestellt, seit dem Massaker am 2. Mai im Haus der Gewerkschaften in Odessa.

Das war vorgefallen: Bewaffnete faschistische Schläger aus der Westukraine hatten versucht, Proteste gegen die von den VSA unterstützte Regierung, die mit einem illegalen Putsch im Februar die Macht an sich riss, zu unterdrücken.

Die ultra-Rechten griffen ein Lager, das im Stil des „Occupy Wall Street“ Lagers errichtet war an. Die Antifaschisten flohen daraufhin in das nahe gelegene Haus der Gewerkschaften. Die Neonazis schossen auf sie, sezten Giftgas ein und verbrannten die, die sich in das Innere des Gebäudes geflohen hatten. Einige die dem Feuer entkommen wollten sprangen aus dem brennenden Gebäude und wurden dann auf der Strasse geschlagen, ein paar von ihnen zu Tode.

Offiziell wurden 48 Menschen bei dem Massaker getötet, obwohl die Aktivisten glauben, dass die tatsächliche Zahl weit höher liegt.

Keiner der am Massaker beteiligten Neonazis wurde bis heute inhaftiert, geschweige denn vor ein Gericht gestellt – trotz der Existenz umfangreichen Videomaterials und Fotos des Massakers. Stattdessen machte man die Opfer zu Tätern. Eine offizielle parlamentarische Untersuchung der Tragödie führte dazu, dass Polizei und des Innenministeriums mauerten. (Anmerkung der Redaktion: Videos, die die faschistischen Täter zeigen, wurden auf Youtube wieder entfernt).

Die erste Anhörung der Antifaschisten vor dem Gericht in Primorsky war eine Farce, wie auf der unabhängigen Nachrichten-Website „Timer“ berichtet wird. Die 20 Angeklagten wurden in Käfigen gehalten. Viele ihrer Anwälte waren aus Angst nicht anwesend. Nur 10 Minuten bevor die Anhörung beginnen sollte, forderte der Staatsanwalt eine 60-tägige Verlängerung der Haft. Dem Antrag wurde stattgegeben.

Die Verhandlung begann spät. Nach einem kurzen Auftritt versteckte sich der Richter in seinen Gemächern. Schliesslich wurde die Anhörung für beendet erklärt.. Die Angeklagten weigerten sich aus dem Käfig zu kommen und den Gerichtssaal zu verlassen. Sie skandierten: „Freiheit für politische Gefangene!“ Und „Nein zu dem blutigen Regime!“.

Familienmitglieder und Unterstützer im Gerichtssaal riefen: „Schande über das Primorsky Gericht!“. Mit massiver Polizeigewalt wurden sie aus dem Gebäude gedrängt vor dem sie dann von den draussen wartenden ukrainischen Nazis angeriffen wurden.

Nach diesem Debakel hat sich das Gericht in Primorsky geweigert den Fall weiter zu verhandeln und verwies ihn an das Regionalgericht in Odessa.

Photo: timer.od.ua

quelle: http://www.schweizmagazin.ch/nachrichten/ausland/21780-Kiews-Nazis-stellen-Antifaschisten-vor-Gericht.html

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