30.07.2014 , Autor Tom , mehr zum Thema Medienschau

Einerseits wendet sich das ZDF gerne öffentlichkeitswirksam gegen den angeblich bösen Einfluss der Politiker auf den Sender. Auf der anderen Seite sind die ZDF-Nachrichten, insbesondere die Sendungen ZDF heute und ZDF heute Journal, ähnlich wie die ARD Tagesthemen oder die ARD Tagesschau, in zentralen politischen Fragen längst Staatsfernsehen pur. Das zeigte sich einmal mehr in einem Bericht zu dem Beschluss der EU-Botschafter, dass man nun Russland, einen wichtigen Wirtschaftspartner Deutschlands und der EU, mit EU-Sanktionen überziehen möchte.

So teilte uns die ZDF-Autorin am Dienstagabend in ihrem Beitrag zu den geplanten EU-Sanktionen sinngemäß mit, wonach – zumindest musste man diesen Eindruck nach ihrem Beitrag so bekommen – faktisch die Mehrheit der deutschen Wirtschaft für den EU-Sanktions-Terror gegen Russland sei:
Um ihre staatsnahe Anti-Russland-Propaganda auch noch zu untermauern, ließ die ZDF-Autorin im ZDF heute Journal eine Unternehmerin zu Wort kommen. Klar, dass diese die Sanktionen gegen Russland unterm Strich natürlich im Sinne der ZDF-Staatspropaganda „gut“ findet und obendrein gerne bereit sei, auch auf Umsatz zu verzichten. Wenn es doch nur „dem Frieden“ diene. Natürlich kommt auch vorwiegend ein Handelsverbands-Vertreter zu Wort, der die Sanktionen gegen Russland zu begrüßen scheint (ob er damit aber seinen Mitgliedern entsprechend agiert, steht auf einem anderen Blatt).

Wie manipulativ die Fragerei der ZDF-Autorin war, um diesen O-Ton in den Kasten zu bekommen, möchten wir gar nicht erst detailliert wissen. Es wäre zumindest nicht das erste Mal, dass Fragen suggestiv vom ZDF an Interviewpartner gestellt werden. Ebenso wie es nicht das erste Mal wäre, dass beispielsweise ARD-Reporter oder Kameraleute im Umgang mit Interviewpartnern dreist behaupten, die Kameras wären aus und dennoch wird heimlich weitergefilmt, wobei das heimlich und illegal aufgezeichnete Material dann später auch noch ausgestrahlt wird.

Dass die Mehrheit der deutschen Wirtschaft durchaus nicht so geschlossen hinter EU-Sanktionen steht, wie es die Autorin im ZDF heute Journal manipulativ und suggestiv am Dienstagabend den 29. Juli 2014 versuchte dem Zuschauer einzureden, stört das ZDF im Staatspropaganda-Bericht nicht im geringsten.
Mario Ohoven im großen Interview mit der Leipziger Volkszeitung: Politik vernichtet mit EU-Sanktionen gegen Russland Arbeitsplätze, gefährdet Wachstum.

Fakt ist aber: Saubere Recherche und sauberer Journalismus – den man von mit Milliarden GEZ Zwangsgeldern finanzierten Sendern erwarten darf – sieht jedenfalls erheblich anders aus.

So hatte nämlich am gleichen Tag – am 29. Juli 2014, beispielsweise die Leipziger Volkszeitung gleich auf der Titelseite geschrieben: „Wirtschaftssanktionen gegen Russland – in sächsischen Firmen wächst die Angst“ (LVZ-Autoren: Andreas Dunte, Ulrich Milde). Von einer großen Freude und Zustimmung zu EU-Sanktions-Terror gegen Russland von Seiten der Wirtschaft war dort jedenfalls nichts zu lesen.

Artikel zuendelesen in der Quelle: http://www.kriegsberichterstattung.com/id/3426/ZDF-heute-Journal-manipuliert-zu-EU-Sanktionen-gegen-Russland–Mittelstands-Verband-BVMW-ist-gegen-EU-Sanktionen/

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