Ukraine: Hoffnung auf Waffenstillstand ist dahin

Ryska Posten 815

Stefan Lindgren
16. Juni 2014
Aus dem Schwedischen: Einar Schlereth

Die Hoffnungen auf einen Waffenstillstand, die durch eine Erklärung des neugewählten Präsidenten Petro Poroschenko geweckt wurden, sind schnell verschwunden.

Früh am Samstagmorgen örtlicher Zeit wurde ein Truppentransportflugzeug vom Typ Iljuschin-76 vor der Landung auf dem Flughafen in Lugansk abgeschossen, wobei 49 Soldaten aus Kiew getötet wurden.

Diese Angaben wurden vom Verteidigungsministerium bestätigt. Die Selbstverteidigungsstreitkräfte haben die Verantwortung dafür übernommen, aber laut einer andren Version kann der Abschuss daher kommen, dass ein Kiew-Regement aus Dnepropetrovsk am selben Tag die Aufstandsfahne hisste und begann, ein Regiment aus Lvov zu beschießen. Beide wurden auf den Flughafen von Lugansk verlegt und das abgeschossene Flugzeug enthielt Verstärkungen für das Dnepropetrovsk-Regiment.

Das Faktum, dass Kiew ununterbrochen neue Einheiten schickt und mit der Artillerie- und Luftwaffenbombardement von Lugansk und Slavjansk fortfährt, steht im Widerspruch zu Poroschenkos Versprechen über Feuereinstellung „in dieser Woche“.

Am Samstagmorgen um 4.30 gelang es den Selbstverteidigungsstreitkräften in der Stadt Gorlovka in der Ostukraine, ein weiteres Flugzeug – ein Suchoj-24 Jetbomber – abzuschießen. Der Pilot ist am Leben und wird verhört. Ein anderes Suchoj-Flugzeug konnte jedoch die örtliche Polizeistation bombardieren.

Gleichzeitig kam es zu neuen Kämpfen in Mariupol, seit Kiew beschloss, dass das Verwaltungszentrum für die Donetsk-Region des Gouverneurs Taruta dorthin verlegt werden soll. Auf Filmen aus Mariupol hört man deutlich, dass Englisch sprechende Scharfschützen im Einsatz sind.

Ukrainische Soldaten fahren fort mit so etwas, was wie eine ethnische Säuberung der russischen Bevölkerung im Osten aussieht. Laut dem Chef der Volksrepublik Lugansk Valeri Bolotow haben die ukrainischen Straf-Batallione nach der Einnahme von Stjastie (das Glück!) über 100 Personen getötet, überwiegend Zivilisten. Direkt nach der Eroberung des Dorfes wurden, so wird berichtet, sieben Gefangene hingerichtet. Bilder von denen, die die Opfer gewesen sein können, wurden von dem sogenannten Ajdarbatallion veröffentlicht.

Kiews Plan ist es, Lugansk einzukreisen, eine Stadt in der Nähe der russischen Grenze. Wenn das Gebiet fällt, soll die Bevölkerung „gefiltert“ und „umgesiedelt“ werden, wie Verteidigungsminister Michailo Koval sagte.

Aus dem US-Außenministerium kamen in dieser Woche Anklagen, dass Russland T-64-Panzer und Raketensysteme in die Ukraine gebracht habe. Aber laut Janes Defense Weekly zeigt das Video, dass die USA veröffentlichten, in der Ukraine gebaute Panzer.

Außerdem fuhr am 13. Juni ein ukrainischer Panzer 150 auf russisches Territorium hinein in der Nähe der Stadt Millerovo. Nach Quellen der Volksrepublik Donetsk wurde die ganze Besatzung nach ihrer Rückkehr von Kräften des „Rechten Sektors“ hingerichtet. Die ukrainische Grenzverletzung ist von den USA nicht kommentiert worden. Auch wollte die Sprecherin Jen Psaki des US-Außenministeriums nicht die Angaben kommentieren, dass Kiew in der Ukraine Phosphorbomben benutzt hat.

Quelle: http://einarschlereth.blogspot.de/2014/06/ukraine-hoffnung-auf-waffenstillstand.html

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