Faschistische Propaganda auf der Titelseite der Frankfurter Allgemeinen

Von Peter Schwarz
4. Juni 2014

„Wenn man eine große Lüge erzählt und sie oft genug wiederholt, dann werden die Leute sie am Ende glauben.“ Dieser Grundsatz von Joseph Goebbels, dem Propagandaminister der Nazis, dient heute vielen deutschen Medien als Leitlinie, wenn sie gegen die weitverbreitete Opposition gegen eine Wiederbelebung des deutschen Militarismus anschreiben.

Seit Berlin und Washington in der Ukraine einem rechten Regime an die Macht verhalfen und damit einen gefährlichen Konflikt mit Russland provozierten, schrecken führende Medien vor keiner Lüge zurück, um diese Politik zu rechtfertigen. Sie verharmlosen die Faschisten von Swoboda und dem Rechten Sektor, stellen den Widerstand in der Ostukraine als russische Verschwörung dar und denunzieren Kritiker als „Putinversteher“.

Doch damit nicht genug. Um die Opposition gegen das von der Bundesregierung verkündete „Ende der militärischen Zurückhaltung“ zu untergraben, leugnen sie auch die historischen Verbrechen des deutschen Imperialismus.

Am Montag erschien auf der Titelseite der Frankfurter Allgemeinen der Kommentar „Einseitige Freundschaft“, der beides miteinander vereint. Er verbindet gehässige Angriffe auf Putin und Russland mit einer Darstellung des Zweiten Weltkriegs, wie man sie sonst nur aus Nazi-Blättern kennt.

F.A.Z.-Redakteur Frank Pergande beschwert sich darüber, „welches Verständnis der Politik Putins besonders im Osten Deutschlands entgegengebracht wird“, und spottet über die „angebliche Freundschaft mit dem ‚großen Bruder‘ in der DDR“. Er lobt Bundeskanzlerin Merkel, die „schon zu einer Zeit, als sie noch gar keine Politikerin war“ (also zu DDR-Zeiten), gewusst habe, „was von Russland zu halten ist“.

Tatsächlich, so Pergande, sei das Verhältnis zur Sowjetunion auch zu DDR-Zeiten stets von Angst geprägt gewesen. „Wer das Kriegsende miterlebt hatte“, schreibt er, „musste über seine schlimmen Erfahrungen schweigen: Mord und Selbstmorde, Vertreibung, Vergewaltigung, Lager, Reparationen. Die Feuerwalze der Roten Armee zerstörte auf dem Weg nach Berlin Städte wie Frankfurt (Oder), Prenzlau oder Demmin derart, dass die Wunden bis heute schmerzen.“

Pergande verliert kein Wort über den vorangegangenen Vernichtungskrieg der Nazis, dem allein in der Sowjetunion über 25 Millionen Menschen zum Opfer fielen, darunter mehr als 3 Millionen Kriegsgefangene. Liest man seinen Text, könnte man glauben, die Rote Armee sei 1944 über ein friedliches, unbewaffnetes Deutschland hergefallen.

Er erwähnt auch nicht, dass Hitler selbst Greise und Minderjährige an die Front schickte und seinen Soldaten Widerstand bis zum letzten Mann befahl. Allein in der Schlacht um Berlin, die schließlich Hitlers Ende besiegelte, fielen deshalb rund 80.000 Soldaten der Roten Armee und 275.000 wurden verwundet.

In Pergandes Lesart war Hitlers Niederlage keine Befreiung, sondern eine „schlimme Erfahrung“. Er deutet damit an, dass es besser gewesen wäre, wenn die Nazis an der Macht geblieben wären. Das grenzt an faschistische Propaganda.

weiterlesen in der Quelle: http://www.wsws.org/de/articles/2014/06/04/perg-j04.html

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